Krieg in Syrien Saudis finanzieren kroatische Waffen für Rebellen

Immer öfter tauchen Waffen aus dem Balkan-Krieg bei den syrischen Rebellen auf - besonders bei solchen, die sich von Dschihadisten distanzieren. Laut "New York Times" stammen die Gewehre, Mörser und Raketenwerfer aus Kroatien. Finanziert werden die Lieferungen demnach aus Saudi-Arabien.
Syrische Rebellen im Kampf gegen das Regime: Waffen aus Kroatien im Einsatz?

Syrische Rebellen im Kampf gegen das Regime: Waffen aus Kroatien im Einsatz?

Foto: GORAN TOMASEVIC/ REUTERS

Damaskus - Seit Dezember unterstützt Saudi-Arabien die Rebellen in Syrien offenbar im großen Stil mit Waffenlieferungen. Wie die "New York Times" berichtet , erreicht das Kriegsgerät die Aufständischen über Verbindungen in Jordanien. Gekauft werden die Waffen laut der Zeitung jedoch in Kroatien. Das Blatt beruft sich dabei auf namentlich nicht genannte Quellen in den USA und anderen westlichen Ländern.

Demnach laufen die Lieferungen bereits seit Dezember und haben entscheidend zu den Gebietsgewinnen der Rebellen in den vergangenen Wochen beigetragen. Seit Januar tauchen in Rebellenvideos häufig Waffen auf, wie sie auch auf dem Balkan verwendet werden.

In Kroatien lagern noch immer große Mengen von Waffen aus den blutigen Konflikten der neunziger Jahre. Aus diesen Vorräten werden Gewehre, Raketenwerfer, Mörser und anderes Kriegsgerät nach Syrien transportiert. Immer mehr davon finden sich nun in den Händen der Rebellen.

Offenbar werden die Waffen gezielt an Rebellen verteilt, die sich von den immer einflussreicheren Dschihadisten im Land distanzieren. Mit dieser Unterstützung soll demnach auch die Macht der Extremisten in Syrien eingedämmt werden. Saudi-Arabien verlangt laut dem Bericht jedoch äußerste Geheimhaltung über die Geschäfte.

Klares Dementi aus Kroatien

Das kroatische Außenministerium dementiert die Gerüchte über größere Waffenlieferungen nach Syrien oder Saudi-Arabien. Die "New York Times" zitiert außerdem den kroatischen Militäranalysten Igor Tabak. Dieser hält einen Export der Waffen auf offiziellem Weg für höchst unwahrscheinlich. Möglich sei jedoch, dass der Geheimdienst des Landes die Ausfuhr organisiere.

Dagegen berichtete die kroatische Tageszeitung "Jutarnji List", dass jordanische Frachtflugzeuge zuletzt ungewöhnlich häufig auf dem Flughafen von Zagreb gesichtet worden seien. So seien Maschinen am 14. und 23. Dezember sowie am 6. und 18. Februar abgehoben.

Die Lieferungen, finanziert durch saudische Öl-Millionen, werden laut US-Beobachtern "eine immer wichtigere Versorgungsquelle" der Rebellen. Von einem Wendepunkt durch das wachsende Engagement Saudi-Arabiens könne aber dennoch keine Rede sein.

Trotzdem sind die Lieferungen als Gegengewicht zur Unterstützung des iranischen Regimes zu werten. Schon lange liefert Teheran im großen Stil Waffen und andere Ausrüstung an Damaskus. Bei vielen dieser Hilfsflüge kommt eine Boeing der iranischen Luftwaffe zum Einsatz.

jok
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