Kampf gegen "Islamischer Staat" Saudi-Arabien inhaftiert mehr als 400 Menschen

In Saudi-Arabien sind Hunderte Menschen verhaftet worden. Sie sollen Angriffe auf Moscheen, Sicherheitskräfte und Diplomaten geplant haben.


Auf einem Marktplatz im irakischen Diyala war am Donnerstag eine Autobombe explodiert. 115 Menschen starben, die Terrormiliz " Islamischer Staat" (IS) bekannte sich zu dem Attentat. Zwei Tage später verkündet die saudi-arabische Regierung nun einen Erfolg im Kampf gegen die Dschihadisten: 431 Menschen seien festgenommen worden, verkündete das Innenministerium in Riad laut der staatlichen Nachrichtenagentur.

Die Inhaftierten seien Mitglieder der IS-Miliz und hätten Terroranschläge durchgeführt, hieß es. Unter ihnen seien die Planer des Selbstmordattentats im Mai, bei dem 21 Menschen im Dorf al-Qudeeh getötet wurden. Riad beschuldigt die Festgenommen ebenfalls, an der Schießerei im November beteiligt gewesen zu sein. Damals starben acht Teilnehmer eines Gottesdienstes in dem Dorf al-Ahsa im Osten des Landes.

Außerdem sollen die mutmaßlichen Islamisten Mitglieder von Zellen sein, die zum "Islamischen Staat" zählen. Sie hätten Anschläge auf Moscheen, Sicherheitskräfte und diplomatische Einsätze geplant, meldet das Innenministerium. Der radikalsunnitische IS betrachtet schiitische Muslime als Abtrünnige.

Nach den Attentaten im Mai hatte das Innenministerium angekündigt, alle an diesem "terroristischen Verbrechen" Beteiligten sollten "zur Strecke gebracht" werden. Sie seien darauf aus, "die nationale Einheit zu zerstören".

vek/AP/Reuters



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tinosaurus 18.07.2015
1. schon richtig
dass man in Ägypten energisch gegen die Islamisten vorgeht. Die demokratisch gewählten Moslembrüder haben schnell gezeigt, dass sie einen Gottesstaat errichten wollten. Dann ist Sisi noch das kleienre Übel.
Th.Bode 18.07.2015
2. Seltsame Überschrift
Zumindest wäre das mal eine Inhaftierung die man begrüßen kann. Nicht die von Leuten die wegen des gewaltfreien Eintretens für unsere Werte inhaftiert sind: Gleichberechtigung, Pressefreiheit, und Ablehnung grausamer und erniedrigender Strafen. Die Ironie ist dass ja IS und Saudi-Arabien Gebilde sind deren "Rechts-"Systeme sich sehr ähneln. Übrigens nicht unbedingt nur weil eine kleine fanatische Gruppe dem braven Rest seinen Willen aufzwingt, sondern auch weil weite Teile der Bevölkerung eigentlich "ultrafromm" im Sinne des Koran, und der Scharia, ganz gut finden.
Beat Adler 18.07.2015
3. Kalif Ibrahim
Kalif Ibrahim (Abu Bakr Al Baghdadi), der Terrorchef des IS, wird erst dann als Kalif voll respektiert werden, wenn es ihm gelingt die heiligen Staette von Mekka und Medina unter seine Herrschaft zu bringen. Die IS Metastasen in Saudi Arabien haben bisher mindestens 3 Terroranschlaege vor Ort durchgefuehrt. Viele, sogar sehr viele junge saudi arabische Staatsbuerger kaempfen fuer den IS im Irak und in Syrien. Wie koenigstreu die saudi arabischen Sicherheitskraefte in Wirklichkeit sind, bleibt Spekulation. mfG Beat
chilipalmer1911 18.07.2015
4. Is klar.
400 Personen in Saudi Arabien festgenommen. Und alle waren Hardcore Islamisten. Da sind die Saudis ja ganz anders: Gleichberechtigung, Pressefreiheit, Menschenrechte. Da kann man den IS Deppen ja richtig was vorleben. Ich möcht auch mal Frau sein in Saudi Arabien. Da fahr ich dann mit dem Auto zum Fußballspiel oder geh zum Leichtathletik Wettbewerb..... Ups, geht ja gar nicht, ich darf ja gar keinen Führerschein machen. Geh ich halt zu Fuß. Ups, geht auch nicht. Als Frau darf ich ja nicht ins Stadion. Da werd ich aber bei der nächsten Wahl jemanden Anderen wählen. .... Ups, geht ja gar nicht. Ich darf als Frau ja gar nicht wählen. Die Saudis.
janfred 18.07.2015
5. Anschläge in Saudi Arabien
Die 431 Personen wurden ja nicht erst seit dem Anschlag im Irak letzten Donnerstag festgenommen. Das in Saudi Arabien seit längerem Anschläge im Namen der IS stattfanden ist so langsam auch nach Europa durchgedrungen. Auch der Spiegel berichtete über den Anschlag in Qatif am 22.05. Eine Woche später vom nächsten Anschlag 40km weiter in Dammam konnte ich nichts im SPON lesen. Weil die Zahl der Opfer zu gering war? Es war bemerkenswert, dass in Dammam unter den 4 Opfern zwei sunnitische Muslime waren, die den Attentäter rechtzeitig davon abhielten, die schiitische, vollbestzte Moschee zu betreten. Aus Solidarität nach dem Anschlage eine Woche zuvor, hielten viele Sunniten vor Schiitischen Moscheen Wachen. Wer Saudi Arabien und die IS nur im Ansatz vergleicht, hat absolut keine Ahnung. Ich bin jedenfalls seit über drei Jahren in KSA und bin erschüttert, dass man es in Europa nicht glaubt oder wahrnimmt, wie scharf Saudi Arabien die gesammte IS verurteilt und ziemlich erfolgreich bekämpft. Auch passive Unterstützer, Prediger, Geldgeber erwarten empfindliche Strafen, wenn sie den IS unterstützen.
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