Geplantes Atomabkommen Saudischer König sagt Gipfel mit Obama ab

Bei einem Treffen will US-Präsident Obama das geplante Atomabkommen mit Iran erläutern. Der saudische König Salman hat nun abgesagt. Offizielle Begründung: die geplante Waffenruhe im Jemen.
Obama und König Salman im Januar: Zum Iran-Gipfel kommt der Monarch nicht

Obama und König Salman im Januar: Zum Iran-Gipfel kommt der Monarch nicht

Foto: JIM BOURG/ REUTERS

Der saudische König Salman nimmt nun doch nicht an einem Gipfeltreffen der USA mit den Ländern des Golfkooperationsrates (GCC) teil. US-Präsident Barack Obama will den Führern der Golfstaaten am Donnerstag in Camp David das geplante Atomabkommen mit Iran erklären. Dabei geht es auch um Zusagen für ihre Sicherheit.

Iran sowie die fünf Uno-Vetomächte sowie Deutschland (5+1) wollen bis Ende Juni einen Vertragstext aushandeln. Der Westen will so ausschließen, dass Iran unter dem Deckmantel ziviler Forschung eine Atombombe baut. Iran verlangt im Gegenzug, dass Wirtschaftssanktionen gegen das Land aufgehoben werden.

Offiziell begründet der saudi-arabische Außenminister Adel Al Jubeir die Absage mit der ab Dienstag geplanten fünftägigen Waffenruhe im Jemen. Die Luftangriffe und eine Seeblockade hatten zu einer dramatischen Verschlechterung der Versorgungslage der Bevölkerung des ärmsten arabischen Landes geführt. Die Feuerpause, zu der auch die Huthis bereit sind, soll vor allem dazu dienen, Hilfslieferungen auf den Weg zu bringen.

Statt des Monarchen soll nun Kronprinz und Innenminister Mohammed bin Naif die saudische Delegation anführen. Ein von Saudi-Arabien geführtes Bündnis bombardiert im Jemen seit Ende März schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten.

Washington reagiert das Nichterscheinen des Königs gelassen: "Wir freuen uns auf die Teilnahme von Kronprinz Mohammed bin Naif, den der Präsident schon mehrfach getroffen hat", sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Bernadette Meehan.

Dem GCC gehören Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Oman, Katar und Bahrain an. Die Monarchien misstrauen Iran und beschuldigen das Land, die Huthi-Rebellen im Jemen zu unterstützen. Sie sind außerdem beunruhigt über den Einfluss Teherans, den dieser mit Hilfe von Verbündeten im Libanon, in Syrien und im Irak ausübt.

vek/dpa/AP