Saudi-Arabien Obama umschmeichelt König Abdullah

Das Ambiente ist luxuriös, die Erwartungen sind enorm: Auf der ersten Station seiner Nahost-Reise fand US-Präsident Obama warme Worte für den saudischen Königs - und lobte dessen "Weisheit und Gnade".

Riad - Arabischer Kaffee, der nach Kardamom schmeckt und goldene Sessel: So wohlig die Atmosphäre der ersten Station von Obamas Nahost-Reise anmutet, so drängend sind doch die Themen. Der Nahost-Konflikt, das iranische Atomprogramm, die Ölpreise - über all das soll US-Präsident Barack Obama mit dem saudischen König Abdullah gesprochen haben.

Obamas Ziel auf dieser Reise: Er will den Dialog mit der muslimischen Welt verbessern. Bei dem Vieraugentreffen mit König Abdullah auf dessen Gut außerhalb der saudischen Hauptstadt Riad würdigte der Amerikaner die "Weisheit und Gnade" des Monarchen, die ihn bereits bei vorherigen Gesprächen beeindruckt habe. Außerdem lobte er das "strategische Verhältnis" beider Länder.

Experten in Washington vermuten, dass die von Obama erwartete Initiative zu einem Frieden in Nahost auf den Plan Abdullahs aus dem Jahr 2002 zurückgehen könnte. Demnach bietet die arabische Welt Israel Frieden und die volle Anerkennung an, falls sich das Land im Gegenzug aus allen 1967 besetzten Gebieten zurückzieht.

Al-Qaida attackiert Obama

Qaida-Terroristen versuchten am Mittwoch, die Muslime gegen Obama aufzuwiegeln. Just zu dem Zeitpunkt, als der US-Präsident in Saudi-Arabien landete, strahlte der Fernsehsender al-Dschasira erste Passagen einer neuen Ansprache von Qaida-Chef Osama Bin Laden aus. "Obama und seine Regierung haben neue Samen des Hasses gesät", sagt Bin Laden dem Bericht zufolge etwa. Offensichtlich wollte er Obamas Politik als die Fortsetzung der Politik Bushs darstellen.

Auch Qaida-Vize Aiman al-Sawahiri beschimpfte Obama in einer Audiobotschaft als "Verbrecher", der mit der Führung des "Folterstaates" Ägypten unter einer Decke stecke.

Die meisten saudischen Zeitungen titelten jedoch am Mittwoch: "Herzlich Willkommen, Herr Präsident!" An den Freeways von Riad flatterten die Fahnen der USA und Saudi-Arabiens in trauter Eintracht.

Aus Saudi-Arabien fliegt Obama nach Ägypten. Mit Spannung wird dort seine Ansprache in Kairo am Donnerstag erwartet. Wenn er in der ägyptischen Hauptstadt ans Rednerpult tritt, soll dies nicht weniger als einen "Neuanfang" der Beziehungen Amerikas mit der muslimischen Welt darstellen.

kgp/dpa/AP/AFP
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