Krise am Golf Saudi-Arabien öffnet Grenze für Pilger aus Katar

Erstmals seit dem Abbruch der Beziehungen zu Katar vor zwei Monaten hat Saudi-Arabien seine Grenze für die Bürger des Nachbarlandes wieder geöffnet. Pilgern soll die Fahrt nach Mekka ermöglicht werden.
Muslimische Pilger umrunden die Kaaba in Mekka (2015)

Muslimische Pilger umrunden die Kaaba in Mekka (2015)

Foto: AHMAD MASOOD/ REUTERS

Rund zwei Wochen vor Beginn der muslimischen Pilgerreise Hadsch nach Mekka hat Saudi-Arabien angekündigt, seine im Konflikt mit Katar geschlossene Grenze für Pilger aus dem Nachbarland zu öffnen. König Salman habe angeordnet, katarische Pilger am Grenzübergang Salwa auch ohne die üblichen elektronischen Einreisegenehmigungen ins Land zu lassen. Das meldete die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA.

Dem Bericht zufolge will König Salman außerdem Pilger vom Flughafen der katarischen Hauptstadt Doha auf seine Kosten mit einem Privatjet einfliegen und betreuen lassen. Der Monarch habe auch angeordnet, Pilger von den Flughäfen Dammam und Al-Ahsa als persönliche Gäste des Königs weiterzutransportieren.

Ende Juli hatte Katar dem Nachbarn noch vorgeworfen, Pilger bei ihrer Reise nach Mekka zu behindern. Das Nationale Menschenrechtskomitee (NHRC) beschwerte sich bei den Vereinten Nationen über die Hürden, mit denen katarische Bürger bei der Hadsch zu kämpfen hätten.

Richtung Mekka richten Muslime in aller Welt ihre Gebete: Der Geburtsort des Propheten Mohammed ist die heiligste Stadt und der wichtigste Wallfahrtsort des Islam. Jährlich pilgern Millionen Gläubige zum Hadsch in das Religionszentrum in Saudi-Arabien.

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Katar: Zwergstaat, ganz groß

Foto: Friso Gentsch/ dpa

Katar ist seit Anfang Juni von seinen Nachbarstaaten isoliert. Mehrere arabische Länder unter Führung Saudi-Arabiens hatten die diplomatischen Beziehungen zu dem kleinen, aber reichen Emirat abgebrochen und die Grenzen geschlossen (mehr zu den Hintergründen des Konflikts lesen Sie hier). Sie werfen Katar offiziell die Unterstützung von Terroristen vor. Das Emirat soll seit Wochen 13 Forderungen erfüllen, damit die Blockade aufgehoben wird. Die wichtigsten drei sind:

  • die Einstellung des TV-Senders Al Jazeera
  • eine Loslösung von Iran
  • die Schließung eines türkischen Militärstützpunktes
  • Katar weist die Vorwürfe zurück und will den Forderungen nicht nachkommen. Ganz im Gegenteil - es verbündet sich noch mehr mit der außenpolitisch ambitionierten Türkei von Präsident Recep Tayyip Erdogan (mehr dazu, wie Katar der saudi-arabisch geführten Blockade trotzt, lesen Sie hier).

    aar/AFP/dpa
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