Vergleich nach Korruptionsvorwürfen Saudischer Prinz wieder auf freiem Fuß - offenbar für eine Milliarde Dollar

Nach einer beispiellosen Anti-Korruptionskampagne sitzen Mitglieder der saudischen Königsfamilie in Haft. Ein mächtiger Prinz ist nun wieder frei - zuvor soll viel Geld geflossen sein.

Prinz Miteb bin Abdullah
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Prinz Miteb bin Abdullah


Vorzeitiges Ende einer Haft: Der saudische Prinz Miteb bin Abdullah ist gegen die Zahlung einer hohen Geldsumme freigelassen worden. Der Sohn des verstorbenen Königs Abdullah und frühere Kommandeur der mächtigen Nationalgarde sei am Dienstag entlassen worden, sagte ein Beamter. Zuvor habe man eine "vertretbare Vergleichsvereinbarung" mit den Behörden getroffen.

Die vereinbarte Summe wurde nicht offiziell mitgeteilt. Regierungskreisen zufolge sei aber davon auszugehen, dass die Zahlung bei umgerechnet mehr als einer Milliarde Dollar liege. Der Prinz habe außerdem Korruption eingeräumt. Miteb galt selbst einst als Thronanwärter.

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman hat seine Macht in den vergangenen Monaten deutlich ausgebaut und Anfang November im Rahmen von Anti-Korruptionsermittlungen Dutzende Mitglieder der königlichen Familie, Minister und Beamte festnehmen lassen. Zuvor hatte König Salman dem Kronprinzen die Leitung der neu geschaffenen Anti-Korruptionsbehörde übertragen und damit dessen Kontrolle über den Sicherheitsapparat des Landes gefestigt.

AFP;SPIEGEL ONLINE

Dem Beamten zufolge wurde mit drei weiteren wegen Korruptionsverdachts Festgenommenen ein Vergleich geschlossen. Mit mehreren Beschuldigten werde noch verhandelt, sie gegen Geldbeträge wieder freizulassen. Prinz Miteb war unter anderem Veruntreuung von Staatsgeldern vorgeworfen worden. Anderen Beteiligten wird Bestechung und Erpressung zur Last gelegt.

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Nach Einschätzung von Beobachtern zielen die Maßnahmen auch darauf ab, die Opposition gegen Kronprinz Mohammed zu beseitigen. US-Präsident Donald Trump hatte Saudi-Arabiens Vorgehen gegen zahlreiche Mitglieder der Königsfamilie und Investoren wegen angeblicher Korruption gelobt.

dop/Reuters



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