Wegen "Terrorismus" Saudi-Arabien richtet 37 Menschen hin

37 Menschen sind innerhalb eines Tages in mehreren Städten Saudi-Arabiens hingerichtet worden. Sie waren zum Tode verurteilt, weil sie sich "terroristisches Denken" angeeignet haben sollen.

Mohammed bin Salman
BANDAR AL-JALOUD/ SAUDI ROYAL PALACE/ AFP

Mohammed bin Salman


Saudi-Arabien hat am Dienstag Todesurteile gegen 37 Menschen vollstreckt, die wegen "Terrorismus" verurteilt worden waren. Die Todesstrafen seien in der Hauptstadt Riad, den heiligen Städten Mekka und Medina, in der Provinz Kassim sowie in der Ostprovinz vollstreckt worden, teilte das Innenministerium in einer von der amtlichen Nachrichtenagentur SPA veröffentlichten Erklärung mit.

Die Hingerichteten seien alle für schuldig befunden worden, sich "terroristisches, extremistisches Denken angeeignet zu haben", hieß es. Die häufigste Hinrichtungsmethode in Saudi-Arabien ist das Köpfen mit einem Säbel. Wie das Ministerium mitteilte, wurde einer der Verurteilten am Dienstag gekreuzigt; eine Hinrichtungsart, die nur für besonders schwere Verbrechen vorgesehen ist.

Zweithöchste Anzahl an Hinrichtungen in Saudi-Arabien

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden 2018 in Saudi-Arabien 149 Menschen hingerichtet. Das ist die zweithöchste Anzahl nach Iran mit 253 Hinrichtungen. Viele Hinrichtungen werden nach Angaben der Organisation Human Rights Watch gegen Personen vollstreckt, die im Zusammenhang mit Drogendelikten verurteilt wurden.

Doch Saudi-Arabien will sich reformieren: In einem Interview mit dem "Time"-Magazin hatte der Kronprinz des Königreichs, Mohammed bin Salman, im vergangenen Jahr gesagt, die Zahl der Exekutionen im Land solle reduziert werden. In einigen Fällen könnten die Todesurteile in lebenslange Haftstrafen abgeändert werden, davon ausgenommen seien verurteilte Mörder. "Wir arbeiten seit zwei Jahren in der Regierung und im Parlament, um neue Gesetze zu erlassen", sagte er damals dem Magazin. "Wir glauben, dass es ein Jahr oder länger dauern wird, bis es abgeschlossen sein wird."

mfh/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.