Konflikt mit Iran Saudi-Arabien schließt sich US-Mission im Persischen Golf an

Die Bundesregierung lehnte eine Teilnahme an einer von den USA geführten Mission im Persischen Golf ab, Großbritannien schloss sich hingegen an. Nun hat die Trump-Regierung einen weiteren Partner gewonnen.

Iranische Soldaten unterwegs in der Straße von Hormus (Archivfoto) - die Meerenge im Persischen Golf ist strategisch bedeutend und wichtig für den Ölhandel
ATTA KENARE/ AFP

Iranische Soldaten unterwegs in der Straße von Hormus (Archivfoto) - die Meerenge im Persischen Golf ist strategisch bedeutend und wichtig für den Ölhandel


Saudi-Arabien schließt sich der "Internationalen Koalition für maritime Sicherheit" in der Golfregion an. Dies teilte die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf das Verteidigungsministerium des Landes mit.

Die von den USA geführte Militärmission hat das Ziel, kommerzielle Schiffe auf den internationalen Handelsrouten im Persischen Golf, dem Golf von Oman, der Straße von Hormus und der Meerenge Bab al-Mandab zu begleiten und vor möglichen Übergriffen zu schützen.

Für die Marinemission hatten die USA Verbündete gesucht, nachdem Iran zwei ausländische Öltanker bei der Durchfahrt in der Golfregion festgesetzt hatte. Die Bundesregierung hatte eine Anfrage der USA zur Teilnahme an der Mission abgelehnt. Großbritannien schloss sich der Mission hingegen an.

Pompeo trifft Mohammed bin Salman

Zuletzt kam es erneut zu Spannungen in der Region. Die Huthi-Rebellen im Jemen hatten sich zu den Angriffen am vergangenen Samstag zu Angriffen auf Ölanlagen im benachbarten Saudi-Arabien bekannt. US-Außenminister Mike Pompeo machte Iran direkt dafür verantwortlich. US-Präsident Donald Trump nahm nach den Angriffen ebenfalls Iran als möglichen Verantwortlichen ins Visier.

Iran wies jedoch jede Verantwortung für die Angriffe zurück. Außenminister Dschawad Sarif teilte über Twitter mit, die USA verleugneten die Realität, wenn sie glaubten, "die jemenitischen Opfer schlimmster Kriegsverbrechen während der vergangenen viereinhalb Jahre würden nicht alles tun, um zurückzuschlagen".

Der Energieminister Saudi-Arabiens sagte, man habe keine Erkenntnisse darüber, wer hinter den Luftangriffen steht. Sein Land kenne die Drahtzieher nicht, sagte Prinz Abdulasis bin Salman vor Journalisten in Dschidda.

Pompeo trifft sich am Mittwoch in der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, um über eine Reaktion auf die Angriffe zu beraten.

asa/dpa

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