Kämpfe in der Golfregion Saudi-Arabien sperrt Flughäfen

Saudi-Arabien führt eine Militärallianz in den Kampf gegen schiitische Rebellen, Jemen versinkt im Chaos: Der Konflikt trifft die Region hart.

Verwüstung nach Bombeneinschlag in Sanaa: Jemen versinkt im Chaos
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Verwüstung nach Bombeneinschlag in Sanaa: Jemen versinkt im Chaos


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Doha/Chobar - Die Krise im Jemen greift auf die Nachbarstaaten über: Saudi-Arabien hat internationale und inländische Flüge auf sieben Flughäfen im Süden des Landes ausgesetzt. Betroffen seien unter anderem die Airports Dschisan, Abha und Wadi al-Dawaser, teilte die Luftfahrtbehörde mit. Gründe nannte sie nicht. Die Flughäfen liegen in der Nähe der Grenze zum umkämpften Jemen.

Im Jemen selbst seien alle großen Seehäfen des Landes wegen des Konflikts geschlossen worden, meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Schifffahrtskreise.

In der Nacht zum Donnerstag hatte Saudi-Arabien Luftangriffe auf den Nachbarstaat begonnen, um dort die schiitischen Huthi-Rebellen zurückzudrängen. Gemeinsam mit neun Verbündeten aus der Golfregion soll so die Regierung von Staatspräsident Abd Rabbo Mansur Hadi gestützt werden.

Bei den ersten Luftangriffen auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa sollen 25 Zivilisten getötet worden sein, wie die Huthi-Rebellen mitteilten. Ein Sprecher des von ihnen kontrollierten Gesundheitsministeriums erklärte, Kampfflugzeuge hätten Wohngebiete in der Nähe des internationalen Flughafens bombardiert. 40 Menschen seien verletzt worden.

In dem Krieg geht es auch um einen Stellvertreterkonflikt zwischen dem schiitisch geprägten Iran und dem sunnitischen Saudi-Arabien. (Hier finden Sie eine detaillierte Analyse.) Iran hat erwartungsgemäß die von Saudi-Arabien angeführte Militäroffensive im Jemen kritisiert: "Wir werden alle Bemühungen daransetzen, die Krise im Jemen unter Kontrolle zu bringen", sagte Irans Außenminister Mohamed Dschawad Sarif einer iranischen Nachrichtenagentur.

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Außenamtssprecherin Marsieh Afcham sprach von einem "gefährlichen Schritt", der gegen "internationale Verantwortlichkeiten und nationale Souveränität" verstoße. Das militärische Eingreifen werde die Situation im Jemen "weiter verkomplizieren, die Krise ausweiten und Chancen für eine friedliche Lösung der internen Streitigkeiten im Jemen zerstören", so Afcham. Iran wird verdächtigt, die schiitische Huthi-Miliz im Konflikt mit dem jemenitischen Präsidenten zu unterstützen.

Der Konflikt könnte sich auch auf die Weltwirtschaft auswirken: Nach den ersten Angriffen auf Huthi-Stellungen fürchten Investoren um die Ölversorgung aus der Golfregion. Deshalb stiegen die Preise am Donnerstag deutlich - Nordseeöl der Sorte Brent und das US-Leichtöl WTI verteuerten sich um mehr als drei Dollar. Der deutsche Leitindex Dax fiel am Vormittag um 1,57 Prozent auf rund 11.679 Punkte.


Zusammengefasst: Nach der Militärintervention einer Allianz von zehn Golfstaaten im Jemen hat das benachbarte Saudi-Arabien mehrere Flughäfen gesperrt. Im Jemen selbst sind offenbar erste Häfen geschlossen. Iran hat gegen die Saudi-arabische Intervention protestiert. Wegen der Krise stieg der Ölpreis .

mxw/Reuters/AFP/dpa

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Bueckstueck 26.03.2015
1. Da schau her
Die Saudis kümmern sich selbst um den Dreck im eigenen Vorgarten/Hinterhof - wer hätte das gedacht? Sonst sollen ja immer die Amis die Knochen hinhalten...
ansgarst 26.03.2015
2. Agressor
Iran ist kein Waisenknabe, aber der Agressor ist hier mal wieder Saudi Arabien, ich hoffe sie gekommen jetzt dasselbe Embargo und reiseverbote der Prinzen wie Russland bei der Krim-Einnahme. Ich sehe keinen Unterschied
tulu01 26.03.2015
3. der unterschied
besteht darin, dass der Jemen die Saudis um Hilfe gebeten hat, während die russischen grünen Männchen ohne Einladung auf der Krim erschienen sind. desweiteren wollen die sich dieses Armenhaus nicht einverleiben.
ramsess 26.03.2015
4.
Zitat von tulu01besteht darin, dass der Jemen die Saudis um Hilfe gebeten hat, während die russischen grünen Männchen ohne Einladung auf der Krim erschienen sind. desweiteren wollen die sich dieses Armenhaus nicht einverleiben.
Der Jemen hat um Hilfe gebeten!Was verstehen sie unter der Jemen ? Wenn sie damit die Regierung meinen dann schreiben sie das die Regierung des Jemen um Hilfe gebeten hat.
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