Spannungen am Persischen Golf Nato warnt vor Flächenbrand im Nahen Osten

Nach den Attacken in Saudi-Arabien wächst bei der Nato die Sorge vor einer militärischen Eskalation: Generalsekretär Jens Stoltenberg fürchtet eine weitere Destabilisierung der Region - und mahnt Iran zur Mäßigung.
Brennende Ölraffinerie in Saudi-Arabien: Wie geht es in dem Konflikt weiter?

Brennende Ölraffinerie in Saudi-Arabien: Wie geht es in dem Konflikt weiter?

Foto: SOCIAL MEDIA / via REUTERS

Die Lage am Persischen Golf bleibt höchst angespannt und nun hat sich auch die Nato, konkret ihr Generalsekretär, zu der drohenden Eskalation geäußert. Er sei "extrem besorgt" wegen der Reaktionen auf die Attacken auf zwei Ölraffinerien in Saudi-Arabien, sagte Jens Stoltenberg der Nachrichtenagentur AFP.

"Wir fordern alle Seiten auf, solche Angriffe zu unterlassen. Sie können negative Auswirkungen auf die ganze Region haben. Wir sind außerdem in großer Sorge ob der drohenden Eskalation", so Stoltenberg weiter. Die britische BBC zitiert ihn  zudem mit den Worten, Iran "destabilisiere die komplette Region".

Jens Stoltenberg: Banger Blick auf den Nahen Osten

Jens Stoltenberg: Banger Blick auf den Nahen Osten

Foto: Yves Herman/ REUTERS

Am Samstagmorgen hatten mehrere Explosionen Anlagen von Saudi Aramco erschüttert. Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen hatten sich zu den Angriffen bekannt.

Nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump deutet hingegen vieles auf Iran als Urheber der Angriffe hin. "Es sieht danach aus", sagte er, fügte aber hinzu, dass Untersuchungen andauerten: "Wir müssen definitiv herausfinden, wer es getan hat." Außenminister Mike Pompeo hatte Iran die Angriffe zur Last gelegt. So klar wurde Trump nicht.

Trump spricht von "viel, viel größerem Angriff"

Der Präsident erklärte, er würde einen militärischen Konflikt mit Iran "sicherlich vermeiden wollen". Trump am Montag im Weißen Haus wörtlich: "Ich will mit niemandem Krieg." Die Vereinigten Staaten seien allerdings auf einen Konflikt vorbereitet. "Das war ein sehr großer Angriff. Er könnte von unserem Land sehr leicht mit einem viel, viel größeren Angriff erwidert werden."

Im Video: "Es kann die gesamte Region anzünden"

SPIEGEL ONLINE

Nach den Angriffen vom Wochenende hatte Trump den Verbündeten in der Region die Unterstützung der USA zugesagt. Zudem hatte er am Sonntag einen Vergeltungsschlag angedroht. Am Montag bekundete er seine Bereitschaft, Saudi-Arabien nach den Attacken zu "helfen".

Können externe Beobachter die Lage entspannen?

Saudi-Arabien kündigte unterdessen an, die Vereinten Nationen und internationale Experten einladen zu wollen, sich an den Ermittlungen zu den Angriffen zu beteiligen. Das Außenministerium in Riad erklärte - wie auch zuvor ein saudi-arabischer Militärsprecher - bei den Bombardierungen am Samstag seien iranische Waffen benutzt worden. Ziel der Angriffe sei in erster Linie die internationale Energieversorgung gewesen. Der saudi-arabische Ölkonzern Aramco habe rund die Hälfte der Produktion stoppen müssen.

Der Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition, die im Bürgerkriegsland Jemen im Einsatz ist, hatte bereits zuvor erklärt, bei den Angriffen seien iranische Drohnen eingesetzt worden. Sie seien jedoch nicht von jemenitischem Boden aus gestartet worden.

Experten versuchen sich an Antworten, ob tatsächlich Drohnen oder Marschflugkörper für den Angriff auf die Ölanlagen verwendet wurden und wer sie abgefeuert haben könnte. Lesen Sie hier eine Analyse.

jok/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.