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22. Mai 2015, 18:23 Uhr

Freitagsgebet

Viele Tote bei Anschlag auf Moschee in Saudi-Arabien

In dem Gotteshaus fand gerade das Freitagsgebet statt, als der Sprengsatz detonierte: Mehr als 20 Menschen sind bei einer Attacke auf eine Moschee in Saudi-Arabien getötet worden. Der IS bekannte sich zu der Tat.

Ein Selbstmordattentäter hat in einer schiitischen Moschee im Osten Saudi-Arabiens eine Bombe gezündet und zahlreiche Menschen mit in den Tod gerissen. Wie das saudi-arabische Innenministerium mitteilte, ereignete sich der Anschlag während des Freitagsgebets in der Ali-Ibn-Abi-Taleb-Moschee in Kudeih in der Region Katif. Zahlreiche Menschen seien verletzt worden. Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" bekannte sich zu der Tat.

Der Täter habe den Sprengsatz unter seiner Kleidung versteckt, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Genaue Opferzahlen nannte der Sprecher nicht. In einigen Meldungen war aber von bis zu 22 Toten die Rede. Nachrichtenwebseiten zeigten Fotos von blutüberströmten Opfern sowie von Krankenwagen mit Verletzten.

In der Erklärung des Innenministeriums hieß es, Saudi-Arabien werde alle an diesem "terroristischen Verbrechen" Beteiligten "zur Strecke bringen". Sie seien darauf aus, "die nationale Einheit zu zerstören".

In seiner Bekennerbotschaft beschimpfte der IS die Opfer als "Ketzer und Ungläubige". Das Terrornetz hängt einer fundamentalistischen Ideologie an, die die geringste Abweichung von einem verklärten sunnitischen Ur-Islam als "Abfall vom wahren Glauben" brandmarkt. Der Schia-Islam entstand als eigene Variante des Islam im 7. Jahrhundert.

Kudeih liegt in der mehrheitlich von Schiiten bewohnten Region Katif in der östlichen Provinz des Königreichs. In jüngster Zeit gab es dort wiederholt religiös motivierte Versuche sunnitischer Fundamentalisten, Spannungen zu schüren.

Angst vor "Unruhen im Land"

Die meisten der rund zwei Millionen saudi-arabischen Schiiten leben im Osten des Landes, das mehrheitlich sunnitisch geprägt ist. Die schiitische Minderheit klagt seit Langem über religiöse und soziale Diskriminierung durch das ultrakonservative Herrscherhaus. Seit Mitte März 2011 gibt es deshalb in den östlichen Landesteilen immer wieder Proteste, die von den Sicherheitskräften gewaltsam niedergeschlagen werden.

Der höchste geistliche Würdenträger der saudi-arabischen Sunniten, Mufti Abdel Asis ben Abdallah Al-Scheich verurteilte das Attentat im Fernsehen. Er sprach von einem "kriminellen Akt", der "Gräben zwischen den Söhnen unserer Nation" aufreißen und "Unruhen in unserem Land" verbreiten solle.

jok/brk/AFP/Reuters

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