Saudische Nahost-Initiative Abdullah sorgt für Hoffnung auf Frieden

Der Vorschlag des saudischen Kronprinzen Abdullah, die arabische Welt solle Israel in den Grenzen von 1967 anerkennen, sorgt für Betriebsamkeit. Jordaniens König Abdullah II. ist flugs nach Ägypten gereist, um sich mit Präsident Husni Mubarak zu beraten.


Kairo/Amman - Der jordanische König wolle sich außerdem dafür einsetzen, dass die wirtschaftliche Blockade der Palästinenser seitens der Israelis gelockert wird, unter der das palästinensische Volk zu leiden hätte. Mubarak und Abdullah II. wollen auch beraten, wie die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern einzudämmen sei, hieß es in der jordanischen Hauptstadt Amman.

Jordaniens Außenminister Marwan Muascher sei derzeit in Europa, um die Meinung der EU-Staaten zu dem Vorschlag aus Saudi-Arabien anzuhören, wurde weiter mitgeteilt. Anders als Ägypten und Jordanien unterhält Saudi-Arabien keine diplomatischen Beziehungen zu Israel.

Der palästinensische Kabinettsminister Sajeb Erakat erklärte, die USA und die internationale Gemeinschaft müssten den Vorstoß von Abdullah voll unterstützen, damit er zu einem Erfolg werde. US-Präsident Bush teilte Abdullah seine Unterstützung in einem Telefongespräch mit. Solana will mit dem saudiarabischen Kronprinzen persönlich über dessen Initiative reden, wie seine Sprecherin Cristina Gallach erklärte. Der Nahostgesandte der Vereinten Nationen, Terje Larsen, betonte, die Vorschläge fänden weit verbreitete diplomatische Unterstützung.

Einer Einladung des israelischen Präsidenten Mosche Katzav zur Erläuterung seines Plans will Abdullah aber offenbar nicht folgen. Die staatliche saudiarabische Zeitung "El Watan" berichtete, gegenseitige Besuche könnten stattfinden, um unterzeichnete Abkommen zu festigen, aber nicht zu Beginn einer Initiative, zu der sich Israel noch nicht konkret geäußert habe.



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