Frankreichs Wahlsieger Schäuble nennt Front National "faschistisch"

Das wird vielen in Frankreich nicht passen: Nach dem Erfolg des Front National hat der deutsche Finanzminister Schäuble die Partei als "faschistisch" bezeichnet.
Bundesfinanzminister Schäuble: "Wir alle müssen uns fragen, was wir besser machen können"

Bundesfinanzminister Schäuble: "Wir alle müssen uns fragen, was wir besser machen können"

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Berlin/Paris - In Frankreich sitzt der Schock tief - und auch im benachbarten Ausland wurde der Erfolg des rechtsextremen Front National (FN) bei der Wahl zum Europaparlament mit Schrecken registriert. Der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte am Dienstag auf einer Konferenz in Berlin, ein Viertel der Franzosen habe "für eine faschistische, extremistische Partei gestimmt".

Die von Marine Le Pen geführte fremdenfeindliche Partei strebt den Austritt des Landes aus EU und Euro-Zone an. Das Ergebnis der Europa-Wahl gilt als schwere Schlappe für Staatschef François Hollande, dessen Sozialisten abgeschlagen hinter dem FN (rund 25 Prozent der Stimmen) und den Konservativen auf dem dritten Platz landeten.

Ohne Frankreich sei Europa aber nicht möglich, sagte Schäuble weiter. "Nicht nur Frankreich, wir alle in Europa müssen uns fragen, was wir besser machen können", so der Finanzminister.

Hollande hatte nach der Wahlniederlage angekündigt, Reformen in seinem Land voranzutreiben. Zudem will er sich dafür einsetzen, dass sich die EU auf Wachstum, Arbeitsplätze und Investitionen konzentriert.

Marine Le Pen erneuerte dagegen ihre Forderung nach einem Referendum über einen Austritt Frankreichs aus der EU. Die Franzosen sollten gefragt werden, ob sie die Europäische Union verlassen wollten, sagte die 45-Jährige am Dienstag bei Paris.

Bereits vor der Wahl zum EU-Parlament hatte Le Pen angekündigt, sich für eine solche Volksabstimmung stark zu machen. Ein Referendum ist in Frankreich nur mit Zustimmung des Präsidenten möglich.

Le Pen hat auch bereits einen Rücktritt von Hollande und die Auflösung der Nationalversammlung, der ersten französischen Parlamentskammer, gefordert.

jok/dpa/AFP
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