Scharons Europareise Keine Unterstützung aus Paris

In Paris hat Israels Premier Scharon keine Unterstützung für seine Forderungen gefunden, sondern deutliche Kritik. Für eine Umsetzung des Mitchell-Plans müssten die Unruhen in Nahost völlständig beendet sein, fordert Scharon.


Paris - Zum Abschluss seines ersten Europa-Besuchs von Israels Ministerpräsident Ariel Scharon hat es Unstimmigkeiten mit Paris gegeben.

Waren nicht einer Meinung: Lionel Jospin (r.) und Ariel Scharon
AFP

Waren nicht einer Meinung: Lionel Jospin (r.) und Ariel Scharon

Frankreichs Premierminister Lionel Jospin sagte am Freitag nach dem Treffen mit seinem israelischen Amtskollegen, die Forderungen Scharons für eine Umsetzung des Mitchell-Plans seien möglicherweise niemals zu erfüllen. Jospin habe Scharon klar gemacht, dass dessen Forderung nach einer vollständigen Waffenruhe die Chance für einen Frieden in Nahost verringern könnte. Jospin äußerte sich besorgt, dass "die Lage noch gefährlicher wird".

Scharon erklärte vor Journalisten zum Gespräch mit Jospin, er habe mit ihm nicht in sämtlichen Punkten übereingestimmt, man habe sich aber verstanden. Der israelische Ministerpräsident war am Donnerstagabend nach einem Besuch in Berlin in Paris eingetroffen und vom französischen Präsidenten Jacques Chirac empfangen worden. Chirac warnte Scharon vor jeder "Schwächung" des Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat, weil dies kontraproduktiv für einen Frieden in Nahost sein würde. Wie zuvor Bundeskanzler Gerhard Schröder drängte Chirac Scharon, den Mitchell-Bericht für den Nahost-Friedensprozess in die Tat umzusetzen.



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