Schießereien im Jemen Elf Tote nach TV-Auftritt des Präsidenten

Nach dem Auftritt des jemenitischen Präsidenten im Staatsfernsehen haben Krankenhäuser mindestens elf Todesopfer gemeldet. Mehrere Menschen kamen wohl versehentlich ums Leben, als Anhänger des verletzten Salih Freudenschüsse abgaben. 

Salih-Anhänger im Jemen: Mehrere Tote nach Schießereien
AP

Salih-Anhänger im Jemen: Mehrere Tote nach Schießereien


Sanaa/Riad - Der erste Fernsehauftritt des jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Salih seit mehreren Wochen hatte Schießereien in seinem Heimatland ausgelöst - dabei sind nach Angaben mehrere Krankenhäuser mindestens elf Menschen getötet worden. Viele der Opfer kamen wohl versehentlich ums Leben, als Anhänger Salihs Freudenschüsse abgaben.

Fünf Tote wurden in der Hauptstadt Sanaa, vier in der Stadt Ibb gemeldet. Mindestens zwei weitere Opfer soll es in anderen Orten gegeben haben.

Salih war am Donnerstag im staatlichen jemenitischen Fernsehen zu sehen: Seit seiner Einlieferung habe er acht chirurgische Eingriffe "mit Erfolg" überstanden, sagte Salih, der von den Verletzungen gezeichnet schien.

Um seinen Kopf trug er ein rot-weißes Tuch. In seinem Gesicht waren Brandwunden zu sehen. Unter seinem weißen Hemd kam ein Verband um seine Brust zum Vorschein. Auch seine Hände waren verbunden.

Der umstrittene Staatschef war Anfang Juni inmitten der Proteste gegen seine langjährige Herrschaft nach einer Bombenexplosion an seinem Palast zur medizinischen Behandlung nach Riad geflogen. Salih, der seit 33 Jahren an der Macht ist, trat seither nicht mehr öffentlich auf. Sein Aufenthalt im Nachbarland nährte deshalb Gerüchte über das Ausmaß seiner Verletzungen.

amz/AFP/dpa



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