Festnahmen in London Polizei fasst zwei hochrangige Eta-Mitglieder

Es war eine gemeinsame Aktion der britischen und spanischen Sicherheitsbehörden: In London sind am Morgen zwei der meistgesuchten Eta-Terroristen gefasst worden - einer von ihnen saß wegen mehr als 20 Morden bereits 24 Jahre in Haft.
Mutmaßliche Eta-Mitglieder Troitiño, Lerin: In Londoner Wohnung gefasst

Mutmaßliche Eta-Mitglieder Troitiño, Lerin: In Londoner Wohnung gefasst

Foto: Spanish Home Ministry/ dpa

Madrid - Für das spanische Innenministerium ist es ein "schwerer Schlag gegen die Eta": Die britische Polizei hat in London zwei Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation festgenommen, die zu den meistgesuchten Terroristen in Spanien gehörten. Darunter sei laut dem Ministerium auch der 55-jährige Antonio Troitiño Arranz gewesen, ein früheres Mitglied des Eta-Kommandos von Madrid. Er wurde wegen über 20 Morden gesucht. Zudem nahmen die Fahnder den 39-jährigen Ignacio Lerin Sanchez fest. Der Zugriff erfolgte demnach am Freitagmorgen in einem Haus im Londoner Stadtteil Hounslow.

Troitiño war bis in die achtziger Jahre in Spanien an zahlreichen Mordanschlägen beteiligt und bereits wegen mehr als 20-fachen Mordes zu über 2000 Jahren Haft verurteilt worden. Die Ermittler machen ihn unter anderem für ein Autobombenattentat auf einen Bus der Guardia Civil in Madrid verantwortlich, bei dem 1986 zwölf Sicherheitskräfte getötet und 51 weitere Menschen verletzt wurden.

Im April 2011 wurde Troitiño aber wegen eines Verfahrensfehlers aus der spanischen Haft entlassen. Die Justiz stufte die Freilassung wenig später jedoch als einen Fehler ein, widerrief ihre Entscheidung und stellte erneut einen Haftbefehl gegen Troitiño aus. Der war allerdings bereits untergetaucht. Nach Angaben der spanischen Behörden unterhielt er Verbindungen zur derzeitigen Führung der Eta.

Der ebenfalls festgenommene Ignacio Lerín soll nach Angaben des spanischen Innenministeriums in der Eta für den Transport sowie die Lagerung von Waffen und Sprengstoff zuständig gewesen sein.

Die Eta kämpfte seit 1968 gewaltsam für ein unabhängiges Baskenland in Nordspanien und im Südwesten Frankreichs. Mehr als 800 Menschen wurden seitdem getötet. Im Oktober 2011 hatte die Eta das Ende ihres bewaffneten Kampfs verkündet und im November die Bereitschaft zur Abgabe ihrer Waffen erklärt. Bisher unternahm sie aber keine konkreten Schritte zur Entwaffnung und erklärte auch nicht ihre Auflösung.

fdi/dpa/AFP

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