Edinburgh Zehntausende Schotten demonstrieren für Unabhängigkeit

Weit mehr Menschen als erwartet haben in der Hauptstadt Edinburgh dafür demonstriert, dass Schottland sich vom Vereinigten Königreich lösen solle. Die Veranstalter sprechen von über 200.000 Teilnehmern.

Demonstranten in Edinburgh: "Was für ein Tag!"
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Demonstranten in Edinburgh: "Was für ein Tag!"


Zehntausende Menschen haben in Edinburgh für die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien demonstriert.

Die Teilnehmer schwenkten blau-weiße schottische Flaggen, einige Demonstranten trugen Schottenrock oder spielten auf dem Dudelsack. Nach Angaben der Veranstalter nahmen rund 200.000 Menschen an der Demonstration in der schottischen Hauptstadt teil, weit mehr als erwartet.

"Was für ein Tag! 250.000 hinter uns marschieren für Unabhängigkeit", twitterte die Abgeordnete der Schottischen Nationalpartei (SNP), Joanna Cherry, von der Demonstration. Die Zahl der Teilnehmer könnte etwas hoch gegriffen sein: Bei einem ähnlichen Marsch im vergangenen Jahr hatten die Organisatoren von rund 100.000 Demonstranten gesprochen - die Lokalregierung schätzte die Teilnehmerzahl damals hingegen auf etwa 20.000.

Die schottische Regierungschefin und SNP-Vorsitzende Nicola Sturgeon strebt für das Jahr 2021 ein neues Referendum über die Unabhängigkeit an. (Lesen Sie hier ein Porträt von ihr.) Sturgeon erklärte auf Twitter ihre Unterstützung. Sie war nach eigenen Angaben zwar nicht persönlich, aber "im Geiste" anwesend. An die Teilnehmer gerichtet schrieb sie: "Habt einen großartigen Tag. Und zweifelt nicht daran: Die Unabhängigkeit kommt."

Bei einer Volksabstimmung 2014 hatten sich 55 Prozent der Teilnehmer für einen Verbleib im Vereinigten Königreich entschieden. Allerdings weisen die Befürworter der Unabhängigkeit darauf hin, dass damals noch nicht das Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU stattgefunden hatte. Beim Brexit-Referendum im Juni 2016 hatten sich in Schottland 62 Prozent der Teilnehmer gegen einen Austritt aus der EU ausgesprochen.

feb/AFP/dpa

insgesamt 49 Beiträge
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mirdochwurscht 06.10.2019
1. Demnächst nur noch Little Britain
Die Briten können sich bei ihrer sogenannten Elite bedanken , die ihnen eine rosige Zukunft ohne EU versprochen bzw. vorgegaukelt hat. Am Ende wird's noch schlimmer .
weusti 06.10.2019
2. Schön wär's
Es wäre zu schön um wahr zu sein, von London losgelöst zu sein. Dann hätten sie die Möglichkeit, nach einem hoffentlich bald eintretenden Brexit wieder als eigenständiges Land zur EU beitreten zu können.
Europa! 06.10.2019
3. Hurrah for Scotland!
In den engen Straßen von Edinburgh mag es schwierig sein, die Zahl der Teilnehmer festzustellen, aber die Botschaft ist unmissverständlich!
Schartin Mulz 06.10.2019
4. Ich wünschte,
die Welt würde Veränderungen in den Strukturen gelassener beurteilen. Über Jahrhunderte wurden Landesgrenzen, Staatenbündnisse etc in ester Linie über kriegerische Auseinandersetzungen und Gewalt verändert. Heute haben wir die Situation, dass wir es demokratisch lösen können. Könnten. Denn irgendwie herrscht eine unglaubliche Angst vor Veränderung. Warum eigentlich? Wir haben im letzten Jhd 2 Weltkriege gehabt. Von den ganzen anderen kriegerischen Auseinandersetzungen selbst in Europa (z.B. Balkan) gar nicht zu reden. Da haben sich Grenzen verschoben, sind Staaten gegründet worden und auseinandergefallen. Aber wenn GB die EU verlassen will, wenn Schottland GB verlassen will oder Katalonien Spanien, dann schieben wir Panik?
Here Fido 06.10.2019
5.
Zitat von weustiEs wäre zu schön um wahr zu sein, von London losgelöst zu sein. Dann hätten sie die Möglichkeit, nach einem hoffentlich bald eintretenden Brexit wieder als eigenständiges Land zur EU beitreten zu können.
Ach ja? Ich sehe überall nur Spalter am Werk. Wir brauche Versöhner und Vereiner. Aber die konstruktive Nummer ist natürlich mühsamer, sieht man ja schon jden Tag im Büro.
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