Schottland-Referendum Oranier-Orden demonstriert für Zusammenhalt Großbritanniens

Wenige Tage vor dem Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands ist die Stimmung aufgeheizt. Tausende Mitglieder des umstrittenen Oranier-Ordens haben nun für einen Verbleib beim Königreich demonstriert.

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Edinburgh - Mehrere Tausend Mitglieder des erzkonservativen Oranier-Ordens haben an diesem Samstag im schottischen Edinburgh für den Zusammenhalt Großbritanniens und gegen die Unabhängigkeit Schottlands demonstriert. Mit der Demonstration unter dem Motto "Proud to be British" wollten die Oranier ihre Position für das Referendum zur schottischen Unabhängigkeit am kommenden Donnerstag deutlich machen.

"Wir sind stolz, zu Großbritannien zu gehören", sagte der Großmeister der Schottischen Loge, Henry Dunbar, bei der Kundgebung am Schloss von Edinburgh. Die Veranstalter erwarteten 15.000 Teilnehmer.

Andere Sympathisanten der "No"-Bewegung - der Gruppe also, die gegen eine Abspaltung Schottlands ist - sehen die Beteiligung der Oranier kritisch und befürchten zunehmende Konfrontation. Der Ruf des Ordens ist belastet, weil seine Mitglieder alljährlich in Nordirland mit den berüchtigten Oranier-Märschen für Provokationen sorgen.

"'Better Together' will mit denen nichts zu tun haben."

"Ich will mit denen nichts zu tun haben", sagte beispielsweise der Labour-Abgeordnete Jim Murphy über die Oranier. "'Better Together' will mit denen nichts zu tun haben." Die Kampagne "Better Together" ("Besser zusammen") setzt sich ebenfalls für ein "Nein" gegen die Loslösung Schottlands ein. Prominente Unterstützerin von "Better Together" ist beispielsweise die "Harry Potter"-Autorin Joanne K. Rowling. Auch Mick Jagger oder der Physiker Stephen Hawking sind für einen Verbleib der Schotten im Königreich.

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Wenige Tage vor dem Referendum ist die Stimmung in Schottland aufgeheizt. Die Umfragen sehen beide Lager Kopf-an-Kopf; die Demoskopen trauen sich keine klare Aussage für eine der beiden Seiten zu. Sowohl Befürworter als auch Gegner versuchten am Wochenende mit Kundgebungen, Flugblattaktionen und Social-Media-Offensiven, ihre Anhänger zu mobilisieren.

mhu/dpa/Afp

insgesamt 28 Beiträge
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graf.koks 13.09.2014
1. Ausgerechnet!
Ausgerechnet ein Verein wie der Oranier-Orden, der aus Anhängern besteht, die immer noch nicht in der Gegenwart angekommen sind, mischt sich nun ein in eine Entscheidung, die über die Zukunft eines Landes bestimmt. Da kommt der Vergleich auf mit den deutschen "schlagenden Verbindungen" in ihren Karnevalskostümen. Das sind ähnliche geschichtlich und gesinnungsmäßig zurückgebliebene Clowns. Aber eine moderne Demokratie wird auch das verkraften können. Die Zukunft kann man letztlich nicht aufhalten, auch nicht mit zitternden morschen Knochen.
Kleinerkrauter 13.09.2014
2. Und mitten unter ihnen
sind lauter alte Bekannte! Großartig! Der German Tartan-Club kommt auch nicht zu kurz: Am Ende des Umzugs werden Lollies in den Nationalfarben Organge etc. verteilt, die man mit nach Hause nehmen darf.
Pandora0611 13.09.2014
3. Back to the past
Zitat von graf.koksAusgerechnet ein Verein wie der Oranier-Orden, der aus Anhängern besteht, die immer noch nicht in der Gegenwart angekommen sind, mischt sich nun ein in eine Entscheidung, die über die Zukunft eines Landes bestimmt. Da kommt der Vergleich auf mit den deutschen "schlagenden Verbindungen" in ihren Karnevalskostümen. Das sind ähnliche geschichtlich und gesinnungsmäßig zurückgebliebene Clowns. Aber eine moderne Demokratie wird auch das verkraften können. Die Zukunft kann man letztlich nicht aufhalten, auch nicht mit zitternden morschen Knochen.
Es gibt eben immer Ewiggestrige, die im Mittelalter oder der Steinzeit hängengeblieben sind. Und dazu gehört auch der Oranier-Orden. Sie träumen immer noch vom Britischen Empire und König ist Richard Löwenherz. Autonomie ist für sie ein Fremdwort. Wenn sich Schottland von Großbritannien lösen will, sind sie "Separatisten/Terroristen". Und die Queen "is not amused"!
Sascha Rasmussen 13.09.2014
4.
Zitat von graf.koksAusgerechnet ein Verein wie der Oranier-Orden, der aus Anhängern besteht, die immer noch nicht in der Gegenwart angekommen sind, mischt sich nun ein in eine Entscheidung, die über die Zukunft eines Landes bestimmt. Da kommt der Vergleich auf mit den deutschen "schlagenden Verbindungen" in ihren Karnevalskostümen. Das sind ähnliche geschichtlich und gesinnungsmäßig zurückgebliebene Clowns. Aber eine moderne Demokratie wird auch das verkraften können. Die Zukunft kann man letztlich nicht aufhalten, auch nicht mit zitternden morschen Knochen.
Unsere moderne Demokratie verkraftet es auch, daß jemand bar jeden Wissens andere als zurückgebliebene Clowns diffamiert oder haltlose Vergleiche zieht. Sie ist sogar in der Lage Mitglieder zu verkraften, die sich in feudale Zeiten oder gar in einen Rausch träumen.
rainerdavidw.früh 13.09.2014
5.
Ich wette mal, dass die "kritischen" Stimmen heute zum ersten Mal was über den Oranier-Orden gelesen haben. Sie beziehen ihre Kenntnis, die zur Abgabe diffamierender Statements ausreicht aus dem umstrittenen Internetmedium "SPON" und schon geht's los, man weiß ja Bescheid! Der Verein, nein, man muss ihn nicht mögen, ist konservativ, jedoch hat er keine terroristischen Gewaltambitionen wie SNP, Sinn Fein oder gar die IRA!
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