Queen zum Schotten-Referendum "Sorgfältig über die Zukunft nachdenken"

In wenigen Tagen stimmen die Schotten darüber ab, ob ihr Land weiter Teil Großbritanniens bleiben soll. Queen Elizabeth II. hat nun vorsichtige Andeutungen darüber gemacht, wie sie über das Referendum denkt.

Queen Elizabeth II.: Botschaft an Schottland
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Queen Elizabeth II.: Botschaft an Schottland


London - Bislang hat sich Queen Elizabeth II. mit ihrer Meinung zum Referendum in Schottland zurückgehalten. Die Entscheidung für oder gegen die Unabhängigkeit des Landes sei einzig und allein Sache der Schotten. Doch nun soll sie ihr Schweigen über die Abstimmung gebrochen haben.

"Ich hoffe, die Leute werden sehr sorgfältig über die Zukunft nachdenken", sagte sie nach einem Gottesdienst im schottischen Balmoral, einem Reporter der "Times" zufolge. Die Worte der Queen könnten als Zeichen an die Unabhängigkeitsanhänger interpretiert werden, sehr vorsichtig zu sein, wenn es darum geht, die starken Verbindungen mit dem Vereinigten Königreich zu trennen.

Gegner der Abspaltung hofften indes auf einen klaren Appell der Queen, um der "Nein"-Kampagne Auftrieb zu verschaffen. Doch die Unparteilichkeit des Souveräns sei ein festgeschriebenes Prinzip der Demokratie, ließ der Buckingham-Palast mitteilen. "Jede Andeutung, dass die Königin den Ausgang des anstehenden Referendums gern beeinflussen würde, ist grundsätzlich falsch."

Die neuesten Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Mehrheit für die Zugehörigkeit zu Großbritannien entscheidet. In einer am Wochenende veröffentlichten Befragung von mehr als tausend Teilnehmern sprachen sich 47 Prozent gegen die Unabhängigkeit aus, 40,8 Prozent stimmten dafür. Neun Prozent sind noch nicht entschieden, und 3,2 Prozent wollten sich nicht äußern.

In einer weiteren Umfrage der Zeitung "Observer" gaben 47,7 Prozent der Befragten an, gegen die Unabhängigkeit stimmen zu wollen, 42,3 Prozent waren dafür. Die Zahlen decken sich in etwa mit einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die bereits am Freitag veröffentlicht worden war.

kha/AP/Reuters

insgesamt 28 Beiträge
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rainer82 14.09.2014
1.
Der Wahltermin naht, und die Vernunft scheint einzukehren . Die Separatisten verlieren an Zustimmung, und das ist gut für Großbritannien, aber vor allem auch gut für Europa .
rübennase 14.09.2014
2. Ist doch super!
Die Schotten verpassen die Unabhängigkeit knapp. Cameron ist nur knapp einem Desaster entkommen. Keiner hat wirklich gewonnen und die Schotten erhalten noch mehr Souveränität. Denn Zähne gezeigt haben Sie jetzt. Man wird Sie also ernst nehmen und es nicht nochmal drauf ankommen lassen. Ist doch kein schlechter Ausgang.
sapere+aude 15.09.2014
3. Verkörperung des Problems
Wenn eine solche leere Worthülse alles ist, was eine Königin von England zum Zusammenhalt ihres Vereinigten Reiches zu sagen hat, dann ist sie es nicht wert, Königin zu sein, und das Vereinigte Reich es nicht, vereinigt zu bleiben. Drauf gepfiffen, ob sie es "sagen darf" oder nicht! Jedenfalls würden sich die richtigen englischen Könige, z.B. Kaliber wie Elisabeth I. (Tudor) oder Richard Löwenherz, im Grab umdrehen vor soviel Laschheit. Elizabeth I. hätte nicht nur geflucht, sondern noch eine Armee aufgestellt. sapere+aude
DMenakker 15.09.2014
4.
Ich bin hier ganz egoistisch. Alleine um einen Verbleib von UK in der EU zu gewährleisten, brauchen wir die Schotten. Im übrigen bewundere ich Queen Lizzy. Der alten Dame blutet wohl das Herz angesichts der Unabhängigkeitbestrebungen in Schottland. Dennoch hält Sie eisern den Mund. Dabei kann ich mir vorstellen, was für eine flammende Rede wider diesen Sparatistenunsinn ihr auf der Zunge brennt.
Icestorm 15.09.2014
5. Im Falle eines Verbleibs
Wird dann das nächste Votum in fünf oder zehn Jahren angestrebt, oder hat es sich auf längere Zeit erledigt?
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