Schüsse auf Athener Polizisten Waffe wurde schon bei früherem Angriff eingesetzt

Die griechische Regierung spricht von einem "Angriff auf die Demokratie": Unbekannte haben in Athen mit automatischen Waffen und einer Handgranate Polizisten angegriffen. Ein Beamter wurde lebensgefährlich verletzt. Offenbar schlugen die Täter nicht zum ersten Mal zu.

Athen - Der 21-jährige Polizist, der am Montag in Athen von Unbekannten niedergeschossen wurde, schwebt trotz einer mehrstündigen Operation weiter in Lebensgefahr. "Der Zustand des Verletzten ist äußerst ernst, aber stabil", teilte ein Sprecher des Krankenhauses in Athen mit. Die Kugeln hätten seine Lunge und andere Organe verletzt.

Nach Angaben der Polizei griffen zwei Männer am frühen Morgen eine Gruppe Polizisten in der griechischen Hauptstadt mit einer automatischen Schusswaffe und einer Handfeuerwaffe an.

Der Posten befand sich vor dem Kulturministerium im Stadtviertel Exarchia. Die Gegend gilt als Hochburg der autonomen Szene. Die Täter hätten nach Augenzeugenberichten aus einer Entfernung von etwa 40 Metern geschossen. Medienberichten zufolge wurden etwa 20 Schüsse abgefeuert. Zwei Kugeln trafen den 21-jährigen Polizisten. Die Unbekannten warfen auch eine Handgranate.

Die verwendete automatische Waffe sei bereits bei einem Anschlag auf einen Polizeibus vor zwei Wochen benutzt worden, teilte die Polizei mit. Am 23. Dezember hatten Unbekannte einen Polizeibus unter Beschuss genommen. Damals war aber niemand verletzt worden. Zu der Tat bekannte sich damals eine bisher unbekannte Untergrundorganisation namens "Volksaktion".

Bei der Fahndung nach den Tätern des neuerlichen Angriffs wurden in der Nacht zu Montag nach Polizeiangaben 72 Personen vorläufig festgenommen. Innenminister Prokopis Paylolpoulos besuchte den Verletzten im Krankenhaus. Die Täter hatten einen Anschlag auf die Demokratie und die öffentliche Ordnung verübt, sagte der Minister. Keine Kugel und kein Mord würden jedoch die Entschlossenheit und die Moral der Polizei untergraben.

Experten stuften die Attacke als möglichen Racheakt ein: Am 6. Dezember war in Athen ein 15-Jähriger bei einer Demonstration durch eine Polizeikugel getötet worden. Seitdem kommt es in Griechenland immer wieder zu gewaltsamen Protesten und Angriffen auf die Polizei.

phw/AP/dpa
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