Schulden USA bringen die Uno in akute Finanznot

Die Weigerung der USA, ihren Schuldenberg bei der Uno abzutragen, bringt die Vereinten Nationen in enormes finanzielles Schlamassel. Die Organisation weiß schon nicht mal mehr, wie sie die Gehälter ihrer Mitarbeiter bezahlen soll.


Unzufrieden mit den USA: Kofi Annan
DPA

Unzufrieden mit den USA: Kofi Annan

New York - Um den Uno-Angestellten in diesem Monat ihre Gehälter zahlen zu können, müssten Mittel aus dem für Friedensmissionen vorgesehenen Budget entnommen werden, erklärte Sprecher Manoel de Almeida e Silva am Mittwoch.

"Die finanzielle Situation ist extrem unsicher." Derzeit fehlten in der regulären Uno-Kasse 75 Millionen Dollar (162 Millionen Mark). Die über mehrere Jahre aufgelaufenen Schulden der USA betragen nach Angaben des Sprechers derzeit 582 Millionen Dollar. "Soweit wir wissen, hat der US-Kongress der Zahlung noch nicht voll zugestimmt."

Washington sei zwar nicht der einzige, jedoch mit Abstand der größte Schuldner der Uno. Von den 189 Mitgliedstaaten seien 103 ihren Zahlungsverpflichtungen für das laufende Haushaltsjahr in voller Höhe nachgekommen. Die Schulden der USA bei den Vereinten Nationen entsprächen 64 Prozent aller derzeit ausstehenden Mitgliedsbeiträge, sagte de Almeida. "Wir warten voller Sorge auf die noch fehlenden Zahlungen für das reguläre Budget, um nicht weitere Mittel von den Friedensmissionen leihen zu müssen und um die geborgten Summen so schnell wie möglich an diesen Fonds zurück zahlen zu können."

Der Sprecher versicherte, dass die gegenwärtigen Einsätze von Friedenstruppen in Krisengebieten der Welt trotz des Mitteltransfers nicht gefährdet seien. Uno-Generalsekretär Kofi Annan stehe im Kontakt mit Mitgliedsländern der Weltorganisation, um die Finanzprobleme zu lösen.



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