Sechs-Parteien-Gespräche USA zu Sicherheitsgarantie für Nordkorea bereit

Die USA haben Nordkorea Vorschläge für ein Ende des Atomstreits unterbreitet. Sicherheitsgarantien gegen einen schrittweisen Abbau von Pjöngjangs Atomprogramm, so lautet der Deal. Trotz des Vorstoßes der USA macht sich Skepsis breit, ob die Verhandlungen nicht ins Leere laufen.

Peking - Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldet, soll sich Washington zu der von Nordkorea geforderten Sicherheitsgarantie bereit erklärt haben. Danach stellten die USA Nordkorea Garantie in Aussicht, das Land nicht anzugreifen, sobald Pjöngjang sein Atomprogramm einfriert und Inspektionen zulässt.

Zudem solle Nordkorea mittelfristig seine nuklearen Einrichtungen für Inspektionen durch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) auflisten und dafür Nahrungsmittel und andere Wirtschaftshilfen erhalten. Langfristig solle Nordkorea sein Atomprogramm ganz beseitigen und eine ständige Überwachung zulassen.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur berief sich auf Diplomaten, die an den Gesprächen teilnehmen. Der südkoreanische Gesandte Chun sagte, es handle sich um "einen offiziellen detaillierten und konkreten Vorschlag", der die Dinge beinhalte, über die beide Seiten zuvor gesprochen hätten.

Der US-Gesandte Christopher Hill, der sein Land bei den Sechs-Parteien-Gesprächen in Peking vertritt, wollte sich nicht dazu äußern. Zum Verlauf der Beratungen sagte Hill: "Derzeit bin ich weder pessimistisch noch optimistisch."

Der südkoreanische Unterhändler Chun Yung Woo erklärte, die Gespräche sollten bis Freitag dauern, einen Tag länger als ursprünglich gedacht. Allerdings garantiere dies keine konkreten Ergebnisse. Die Delegationen hätten nun mit "substanziellen Diskussionen" über die Kernpunkte begonnen, die ihnen am wichtigsten seien.

Unterhändler bleiben skeptisch

Heute waren Vertreter der USA und Nordkoreas zum zweiten Mal zu mehrstündigen bilateralen Gesprächen zusammengekommen. Trotz des Vorstoßes der USA sind viele der an den Gesprächen beteiligten Diplomaten skeptisch über den Erfolg der Verhandlungen. Der japanische Chefunterhändler Kenichiro Sasae sagte in der chinesischen Hauptstadt, es bestehe wenig Hoffnung, dass signifikante Vereinbarungen erzielt werden. "Es gibt noch eine große Lücke auf der grundsätzlichen Ebene. Gastgeber China beschrieb die Sechser-Gespräche gestern als "Marathon".

Nach 13-monatiger Unterbrechung waren am Montag in Peking die internationalen Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm wieder aufgenommen worden. An den Sechs-Parteien-Gesprächen sind die beiden koreanischen Staaten, die USA, China, Russland und Japan beteiligt.

Pjöngjang hatte sich bei dem bislang letzten Sechs-Nationen-Treffen im September 2005 bereit erklärt, sein Atomprogramm gegen internationale Hilfe und Sicherheitsgarantien aufzugeben. Zwei Monate später nahm die nordkoreanische Regierung diese Erklärung mit dem Hinweis auf US-Finanzsanktionen zurück und verkündete ihren Ausstieg aus den Gesprächen. Die Krise verschärfte sich dramatisch, als Nordkorea am 9. Oktober nach eigenen Angaben erstmals eine Atomwaffe testete.

ssu/AP/dpa/AFP

Verwandte Artikel