Sechs Monate im Exil Präsident Hadi kehrt in den Jemen zurück

Die Luftangriffe Saudi-Arabiens haben die Huthi-Rebellen im Jemen zurückgedrängt. Nun kehrt Präsident Abd Rabbuh Mansur Hadi aus dem Exil zurück. Doch der Konflikt ist längst nicht beendet.
Jemens Präsident Abd Rabbuh Mansur Hadi: Seine Zeit im Exil ist vorbei

Jemens Präsident Abd Rabbuh Mansur Hadi: Seine Zeit im Exil ist vorbei

Foto: MOHAMMED HUWAIS/ AFP

Der jemenitische Präsident Abd Rabbuh Mansur Hadi ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen in sein Land zurückgekehrt. Er befand sich seit sechs Monaten im Exil in Saudi-Arabien. Hadi sei am Dienstag mit einem Militärflugzeug in der Hafenstadt Aden gelandet, hieß es von Sicherheitskräften am dortigen Flughafen.

Hadi war Anfang des Jahres vor den Huthi-Rebellen aus der Hauptstadt Sanaa nach Aden gezogen, bevor er Ende März angesichts der heranrückenden Aufständischen nach Saudi-Arabien floh. Obwohl er seitdem nur noch begrenzte Kontrolle über den Jemen hat, wird er von der Staatengemeinschaft weiter als legitimer Präsident anerkannt.

Sanaa weiter unter Kontrolle der Rebellen

Nach der Flucht Hadis ins Exil startete Saudi-Arabien mit einer Koalition arabischer Staaten Luftangriffe, um die Huthi-Rebellen zurückzudrängen und Hadi die Rückkehr an die Macht zu ermöglichen. Nach der Entsendung von Bodentruppen im Juli gelang es den Truppen Hadis, Aden und fünf Provinzen im Süden von den Rebellen zurückzuerobern. Die Rebellen kontrollieren weiter die Hauptstadt Sanaa und verschiedene Provinzen im Norden und im Zentrum des Landes.

Hadis Regierungschef Khaled Bahah kehrte bereits vergangenen Woche aus dem Exil nach Aden zurück. Er gestand aber ein, dass die Lage der Regierung selbst im Süden nicht gesichert sei. Die Regierung stützt sich dort auf eine Reihe von Milizen, die aber teils eigene Ziele verfolgen. Der Konflikt zwischen Regierungstruppen und Rebellen ließ zudem die Islamistenmiliz al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel erstarken, die ihre Aktionen im Süden ausweiten konnte.

Saudi-Arabien fliegt neue Luftangriffe

Die aus dem Norden des Landes stammenden Huthi-Rebellen gehören der Minderheit der Zaiditen an, einer Untergruppe der Schiiten. Sie sind mit den Anhängern des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh in der Armee verbündet. Die Aufständischen sehen sich derzeit einer Offensive in der Provinz Marib östlich von Sanaa ausgesetzt. Die Regierungskräfte rücken dort seit zehn Tagen mit Unterstützung von Kampfflugzeugen und Bodentruppen der arabischen Militärallianz vor.

Das von Saudi-Arabien angeführte Bündnis flog am Dienstag erneut Luftangriffe auf Sanaa. Beim Bombardement eines Wohnviertels wurden mindestens 21 Rebellen und Zivilisten getötet, wie Augenzeugen und Rettungskräfte berichteten. Der Angriff richtete sich demnach gegen ein Gebäude der Huthi-Rebellen im Viertel al-Sabin, doch seien auch umliegende Wohnhäuser getroffen worden. Mehrere weitere Bewohner würden noch unter den Trümmern vermutet.

amt/dpa/AFP

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.