Secret Service Präsidenten-Leibwächter lag betrunken in Hotellobby

Neuer Skandal beim amerikanischen Secret Service: In Amsterdam lag ein Personenschützer des US-Präsidenten bewusstlos in der Hotellobby - offenbar völlig betrunken, und das kurz vor der Ankunft Obamas. Er und zwei weitere Agenten wurden beurlaubt.

Präsident Obama mit Secret-Service-Agenten (Archivbild von 2012): Drei Männer suspendiert
REUTERS

Präsident Obama mit Secret-Service-Agenten (Archivbild von 2012): Drei Männer suspendiert


Amsterdam - Drei Agenten, die US-Präsident Barack Obama auf seiner Europa-Reise beschützen sollten, sind vom Secret Service beurlaubt worden. Sie waren Samstagnacht in Amsterdam ausgegangen. Am Sonntagmorgen lag einer von ihnen betrunken und bewusstlos in einer Hotellobby, berichtet die "Washington Post".

Hotelmitarbeiter benachrichtigten daraufhin die US-Botschaft in den Niederlanden, die wiederum die Leitung des Secret Service in Washington informierte - das alles rund 24 Stunden bevor Obama im Land eintraf. Zwei weiteren Kollegen wird vorgeworfen, dem Agenten nicht geholfen oder seinem Verhalten Einhalt geboten zu haben.

Ein Sprecher des Secret Service bestätigte, dass drei Agenten "aus disziplinarischen Gründen" nach Hause geschickt wurden. Zu den Hintergründen sagte er nichts. Der Secret Service ist eine Strafverfolgungsbehörde, die vor allem für die Bekämpfung von Finanzkriminalität und den Personenschutz des Präsidenten verantwortlich ist.

Obama landete Montagmorgen in Amsterdam, wo er unter anderem den niederländischen Premier Mark Rutte traf sowie am Atomgipfel in Den Haag teilnahm. Am Mittwoch steht auf seiner Europa-Reise der USA-EU-Gipfel in Brüssel auf dem Programm.

Betrunkene offenbar Teil einer Eliteeinheit

Laut "Washington Post" waren die drei Agenten Mitglieder des "Counter Assault Team" im Secret Service. Dabei handelt es sich um eine Eliteeinheit, die den Präsidenten beschützen soll, wenn er oder seine Fahrzeugkolonne angegriffen wird. Ein ehemaliger Agent nannte die Einheit in der Zeitung "die letzte Verteidigungslinie" des Präsidenten.

Der Fall weckt Erinnerungen an einen Skandal im Jahr 2012. Damals wurde gegen elf Secret-Service-Leute ermittelt. Sie hatten sich in der kolumbianischen Stadt Cartagena Prostituierte mit auf die Hotelzimmer genommen und heftig getrunken - ebenfalls kurz vor der Ankunft Obamas. Der Fall kam heraus, weil ein Amerikaner lautstark mit einer Frau um die Bezahlung gestritten hatte.

Damals sagte Obama, solch ein Verhalten sei inakzeptabel. Es folgten mehrere Untersuchungen des Falls, unter anderem im Kongress. Zehn Agenten wurden gefeuert.

Danach wurden Regeln erlassen, nach denen es verboten ist, in den zehn Stunden vor Einsatzbeginn zu trinken. Da eine Mission des "Counter Assault Teams" in der Regel am Tag vor der Ankunft eines Präsidenten beginnt, dürften die drei betrunkenen Agenten in Amsterdam dagegen verstoßen haben.

fab



insgesamt 42 Beiträge
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Seite 1
celsius234 26.03.2014
1. könnte bei putin nicht passieren
ist aber auch nur eine regionalmacht allerdings trinkfest
Velociped 26.03.2014
2. secret service Strafverfolgungsbehörde?
Der secret service ist ein Geheimdienst. Es ist eine Sache sich vom Geheimdienst statt von Polizei oder Militär schützen zu lassen. Strafverfolgung in einem Rechtstaat bedeutet gewisse Standards z.B. was Transparenz angeht, einzuhalten. Es ist bekannt, dass die USA in Guantanamo nicht rechtstaatlich handeln. Innerhalb der USA sollte dies jedoch anders aussehen, weswegen dort ein Geheimdienst eben keine Strafverfolgungsbehörde ist. Nur in Diktaturen verfolgt der Geheimdienst Straftäter und andere von der Regierung ungeliebte Personen. In einem Rechtstaat macht dies die Justiz.
susiwolf 26.03.2014
3. In zehn Stunden Kopfschmerzen ...
Kein Alkohol (mehr) ... 10 Stunden vor Eintreffen des Präsidenten ... Auch nachrangige und Alkohol bedingte Auswirkungen können die Einsatzbereitschaft der 'letzten Verteidigungslinie' (sehr) beeinträchtigen. Diese Alkoholexzesse sind wohl auf den ständigen 'stress' zurück zu führen ? Mr. President - you are in danger - everywhere and 24 hours ! Take care ...
ijf 26.03.2014
4. peinlich, peinlich
Der secret service sollte vielleicht doch mal darueber nachdenken, ob das problem wirklich bei den mitarbeitern liegt, oder ob vielleicht die mitarbeiterauswahl, der interne umgang mit den mitarbeitern, die arbeitsbedingungen, etc fuer diese peinlichen aussetzer verantwortlich ist...
charlysle 26.03.2014
5. Wird Zeit,
das sich Obama den schwarzen Gürtel zulegt!
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