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16. April 2010, 13:29 Uhr

Selbstmordanschlag in Pakistan

Attentäter sprengt sich in Krankenhaus in die Luft

Mindestens acht Tote, etwa 35 Verletzte: Ein Selbstmordattentäter hat sich am Freitag in der pakistanischen Stadt Quetta in die Luft gesprengt. Tatort war die Notaufnahme eines Krankenhauses, wo sich Trauernde versammelt hatten.

Quetta - In der Notaufnahme hatten sich nach einem Mord an einem Bankmanager überwiegend Schiiten versammelt. Vor Ort waren auch Journalisten, die über das Attentat auf den Mann berichten wollten, der aus einer bekannten schiitischen Familie stammte. Ein Kameramann des pakistanischen Fernsehsenders Samaa TV wurde getötet. Auch zwei Polizisten gehörten zu den Opfern.

Der Bankmanager wurde am Freitagmorgen erschossen, als er auf der Hauptstraße vor der Bank aus seinem Auto stieg. Dies berichten Behörden. Die Notaufnahme war zum Zeitpunkt des Selbstmordattentats mit seinen Freunden und Verwandten bevölkert.

Der Anschlag in Quetta zeigt erneut, wie dürftig die Sicherheitsbedingungen in Pakistan sind. Es war nicht das erste Mal, dass schiitische Trauernde in einem pakistanischen Krankenhaus attackiert worden sind. Offenbar gehört dieses Vorgehen zur Taktik sunnitischer Extremisten.

Quetta ist die Hauptstadt der südwestpakistanischen Provinz Baluchistan. Die Stadt gilt als eines der wichtigsten Rückzugsgebiete für die Führung der afghanischen Taliban. Die religiös und politisch motivierte Gewalt geht in erster Linie auf separatistische Gruppen beziehungsweise auf Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten zurück.

sef/apn/AP

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