Selbstmordattentat in Afghanistan Mehrere Tote und Verletzte bei Taliban-Angriff

Erst zündete ein Selbstmordattentäter eine Autobombe, dann gab es ein stundenlanges Feuergefecht: In Afghanistan haben Taliban einen schweren Angriff auf einen Stützpunkt der Internationalen Schutztruppe verübt. Mindestens zwölf Menschen starben, weitere wurden verletzt.
Selbstmordattentat in Afghanistan: Mehrere Tote und Verletzte bei Taliban-Angriff

Selbstmordattentat in Afghanistan: Mehrere Tote und Verletzte bei Taliban-Angriff

Foto: TAUSEEF MUSTAFA/ AFP

Dschalalabad - Bei einem Taliban-Angriff auf einen Stützpunkt der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (Isaf) sind am Sonntag mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die Militärbasis in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad sei beschossen worden, Selbstmordattentäter hätten Bomben gezündet, sagte ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums. Ein Taliban-Sprecher bestätigte die Anschläge.

Der Vize-Polizeichef der Provinz, Abdul Jamil Shamal, schilderte SPIEGEL ONLINE den morgendlichen Angriff im Osten Afghanistans: Einer der Angreifer habe am Haupttor der Basis an einem Militärflugplatz einen mit Sprengstoff beladenen Wagen zur Explosion gebracht. "Acht weitere Angreifer kamen aus einem anderen Wagen und stürmten das Tor des Flugfelds", so Shamal. Zwei Bombenangreifer seien von afghanischen Sicherheitskräften erschossen worden. "Weitere konnten fast vier Stunden lang Widerstand leisten." Dann seien auch sie erschossen worden.

Zu den Toten gab es zunächst leicht unterschiedliche Angaben. Laut Polizei wurden nahe des Eingangs des Militärflugplatzes zwölf Leichen geborgen, die Uniformen der afghanischen Sicherheitskräfte trugen. Es war allerdings zunächst unklar, ob es sich dabei um solche handelte oder um verkleidete Aufständische.

Ein Polizeisprecher konkretisierte die Angaben später und sagte, alle neun Aufständische, die die Basis mit Sprengstoff, Handfeuerwaffen und Panzerfäusten angegriffen hatten, seien getötet worden. Außerdem seien drei afghanische Wächter des Stützpunktes umgekommen. 14 afghanische sowie weitere internationale Soldaten wurden demnach verletzt.

"Die Operation begann um 6 Uhr Ortszeit", sagte Taliban-Sprecher Zabiullah Mojahid SPIEGEL ONLINE. Einer der Angreifer habe ein mit Sprengstoff beladenes Auto am Eingang gezündet, um den anderen den Weg in die Basis freizumachen.

Ein Isaf-Sprecher sagte, entgegen der Behauptung der Taliban sei es keinem Angreifer gelungen, in den Stützpunkt einzudringen. Die Isaf habe unter anderem Hubschrauber eingesetzt, um die Angreifer zurückzudrängen.

Bei einem Autobombenattentat auf denselben Standpunkt, der fast nur von Nato und US-Militär genutzt wird, waren im Februar neun Menschen getötet worden. Die Nato will ihren Kampfeinsatz in Afghanistan bis Ende 2014 beenden und bis dahin die Sicherheitsverantwortung komplett an die Afghanen übergeben.

siu/Reuters/AFP/Mitarbeit Shoib Najafizada
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