Selbstmordattentat in Pakistan Fahrlehrer unter Verdacht

Pakistanische und amerikanische Ermittler haben sich am Samstag am US-Konsulat in Karatschi bemüht, in den Trümmern des Tags zuvor bei einem Anschlag zerstörten Tatfahrzeugs Hinweise auf die möglichen Urheber zu finden.


Das Fahrzeug des Attentäters
REUTERS

Das Fahrzeug des Attentäters

Karatschi - Zuvor hatte sich eine bislang unbekannte Gruppe mit dem Namen Tarjuman al Qanoon (Wortführer des Gesetzes) zu dem Anschlag auf das US-Konsulat bekannt. Dabei waren am Freitag elf Menschen getötet worden.

Die ersten Berichte vom Tathergang deuteten auf einen Selbstmordanschlag hin, die Polizei untersuchte aber auch die Möglichkeit, dass die Bombe im Auto eines Fahrlehrers versteckt war und über eine Fernzündung ausgelöst wurde, als dieser mit drei Fahrschülerinnen am US-Konsulat vorbeifuhr. Auch diese Möglichkeit könne nicht ausgeschlossen werden, sagte der Innenminister der Provinz Sindh, Brigadegeneral Mukhtar Shaekh.

Die USA schlossen nach dem Anschlag auch ihre Konsulate in Lahore und Peshawar sowie das Amerikanische Zentrum in Islamabad. Auch eine weitere Reduzierung des Botschaftspersonals wurde erwogen.

In dem Bekennerschreiben, das Zeitungen in Karatschi per Fax zugeleitet wurde, drohte die Gruppe mit weiteren Anschlägen. Der Anschlag sei Teil eines Heiligen Krieges gegen die Vereinigten Staaten und ihre Marionette, die pakistanische Regierung. Terrorismusexperten in den USA erklärten, das Bekennerschreiben sei ihnen bekannt. Sie wüssten bisher jedoch nicht, ob es authentisch sei. Der Verdacht fiel zunächst auf al-Qaida-Mitglieder.



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