Streit um Senkaku-Inseln Chinesische Militärschiffe provozieren Japan

Der Streit zwischen China und Japan um die unbewohnten Senkaku-Inseln verschärft sich. Peking entsendet sechs Patrouillenboote zu dem von beiden Ländern beanspruchten Archipel. Die Regierung in Tokio bestellt den Botschafter ein.
Chinesische Patrouille: strategisch wichtige Senkaku-Inseln

Chinesische Patrouille: strategisch wichtige Senkaku-Inseln

Foto: Zhang Jiansong/ AP

Tokio - Im Streit um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer hat China sechs Patrouillenboote in japanische Gewässer geschickt. Die japanische Küstenwache erklärte, sie habe am Freitag Warnungen an die chinesischen Schiffe telegrafiert. Von einem chinesischen Schiff sei die Forderung gekommen, dass die japanischen Schiffe das Gebiet umgehend verlassen sollten.

Die japanische Regierung hatte die Inseln, die in Japan Senkaku-Inseln und in China Diaoyu-Inseln genannt werden, in der vergangenen Woche von ihren japanischen Eigentümern gekauft.

Ein japanischer Regierungssprecher sprach von einer beispiellosen Verletzung japanischen Territoriums. Japan protestiere gegen das Eindringen und bleibe wachsam. Das japanische Außenministerium bestellte den chinesischen Botschafter ein und übergab ihm eine Protestnote.

Japan kontrolliert die Inseln seit 40 Jahren, nachdem sie von den USA, die sie im Zweiten Weltkrieg erobert hatten, aufgegeben worden waren. Beansprucht werden die unbewohnten Inseln aber auch von China und Taiwan. Sie sind wegen größerer Fischbestände und vermuteter Ölvorkommen strategisch wichtig.

Nach Angaben der japanischen Küstenwache handelte es sich am Freitag um die bisher größte Anzahl chinesischer Schiffe, die nahe der Inseln in japanische Hoheitsgewässer eingedrungen seien. Der japanische Regierungschef Yoshihiko Noda sagte laut der Nachrichtenagentur Kyodo, Tokio werde "alle möglichen Maßnahmen" ergreifen, um die Sicherheit der Senkaku-Inseln zu gewährleisten.

China will nach eigenen Angaben die eigene Souveränität über die Inseln sowie seine maritimen Interessen sicherstellen. Bei der Einbestellung des chinesischen Botschafters in das japanische Außenministerium hätten beide Seite den Wunsch ausgedrückt, dass der Inselstreit nicht weiter eskaliert und sich nicht negativ auf die allgemeinen bilateralen Beziehungen auswirkt, wie Kyodo meldete. In China kam es jüngst wiederholt zu antijapanischen Protesten.

ler/dpa/dapd