Gegner von Milosevic Hohe Haftstrafen für Mord an serbischem Journalisten

Ein Gericht in Belgrad hat die Mörder des 1999 getöteten serbischen Journalisten Curuvija zu langen Haftstrafen verurteilt. Der Zeitungsherausgeber war ein Gegner des damaligen Machthabers Milosevic.
Verurteilt: Der ehemalige serbische Geheimdienstchef Rade Markovic

Verurteilt: Der ehemalige serbische Geheimdienstchef Rade Markovic

Foto: Darko Vojinovic/ AP

Gegen den früheren serbischen Geheimdienstchef Rade Markovic und seinen für die Hauptstadt zuständigen Untergebener Milan Radonjic hat ein Gericht in Belgrad hohe Haftstrafen verhängt. Sie wurden 20 Jahre nach der Tat für die Ermordung des oppositionellen Zeitungsherausgebers Slavko Curuvija verurteilt. Markovic und Radonjic erhielten als Anstifter je 30 Jahre, die zwei Ausführenden - von denen einer flüchtig ist - je 20 Jahre. Die Urteile vom Freitag sind noch nicht rechtskräftig.

Curuvija war im April 1999 im Stadtzentrum von Belgrad erschossen worden. Er leitete zu jener Zeit zwei unabhängige Publikationen, "Dnevi Telegraf" und "Evropljanin". Der kritische Journalist war ein Gegner des damaligen serbischen Machthabers Slobodan Milosevic, den die Familie für den Mord verantwortlich machte.

Die Ermordung von Curuvija ereignete sich am 11. April 1999 mitten im Bombenkrieg, den die Nato drei Wochen zuvor gegen das damalige Jugoslawien begonnen hatte, um die serbischen Sicherheitskräfte im Kosovo zu stoppen. In ihrer Anklage hielt die Staatsanwaltschaft fest: "Curuvija musste sterben, damit das (Milosevic-)Regime weiter bestehen konnte".

Das Gericht befand die vier Verurteilten für schuldig, "im Auftrag einer unbekannten Person" Curuvija ermordet zu haben. Markovic verbüßt bereits eine 40-jährige Haftstrafe wegen eines 1999 verübten Mordversuchs an dem damaligen Oppositionspolitiker und späteren Außenminister Vuk Draskovic.

Wurde ermordet: Journalist Slavko Curuvija

Wurde ermordet: Journalist Slavko Curuvija

Foto: Pedja Milosavljevic/ AP

Milosevic war im Jahr 2001 in Belgrad festgenommen und nach Den Haag gebracht worden, um sich vor dem Uno-Tribunal für Ex-Jugoslawien wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermords zu verantworten. Er wurde beschuldigt, nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens im Jahr 1991 "ethnische Säuberungen" in den von Serben beanspruchten Teilen Bosniens vorgenommen zu haben. Am 11. März 2006 wurde der 64-Jährige tot in seiner Zelle im Gefängnis des Tribunals gefunden.

als/dpa/AFP
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