Serbien Regierungschef kritisiert deutsche Leistungen für Asylbewerber

Von nirgendwo sonst kommen derzeit so viele Asylbewerber nach Deutschland wie aus Serbien. Regierungschef Dacic wirft seinen Landsleuten vor, nur wegen des Geldes in die Fremde zu ziehen. Für sein eigenes Land fürchtet er Konsequenzen.
Ivica Dacic: "Sie kommen nicht, um Asyl zu erhalten"

Ivica Dacic: "Sie kommen nicht, um Asyl zu erhalten"

Foto: Marko Drobnjakovic/ AP

Belgrad - Deutschland bietet nach Ansicht des serbischen Regierungschefs Ivica Dacic Asylsuchenden zu große finanzielle Anreize. "Sie kommen nicht, um Asyl zu erhalten, sondern um Geld zu nehmen, weil das Entgelt hoch ist und es sich für sie auszahlt", sagte der Politiker am Freitag in Belgrad. Die monatlich gezahlten 500 bis 600 Euro pro Asylbewerber überstiegen bei weitem das serbische Durchschnittseinkommen.

Mit knapp 5000 Asylanträgen zwischen September und November lag Serbien klar auf dem ersten Platz, hatte das Bundesamt für Migration im Dezember mitgeteilt. Insgesamt dürften es im laufenden Jahr wie im Vorjahr rund 19.000 Bewerber aus Serbien sein, schätzten die serbischen Behörden am Freitag in Belgrad.

Sollte der Zustrom andauern, drohe dem Balkanland die erneute Einführung von Visa, befürchtete Dacic. Eine solche Entscheidung sei "katastrophal", zitierte die Agentur Beta den Politiker.

ler/dpa
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