Serbischer Regierungschef zu Flüchtlingen
"Dann wird sich das Problem sehr schnell lösen"
Serbiens Ministerpräsident Vucic will, dass Deutschland Asylbewerbern weniger Geld zahlt. So werde sich das Problem mit den Migranten vom Westbalkan schnell lösen, so Vucic in einem Interview.
Flüchtlinge am ungarisch-serbischen Grenzzaun: Vucic fordert weniger Anreize
Foto: CSABA SEGESVARI/ AFP
Der serbische Ministerpräsident Aleksandar Vucic hat nun Deutschland aufgefordert, seine finanziellen Leistungen für Asylbewerber aus dem Westbalkan zu reduzieren. "Dann wird sich das Problem mit den Migranten vom Westbalkan sehr schnell lösen", sagte Vucic dem "Handelsblatt".
Seine Überzeugung: Weniger Geld würde Migranten aus dem Westbalkan auch weniger ermutigen, nach Deutschland zu kommen. Sein Land ist eines der am stärksten betroffenen Länder auf der Balkanroute. Rund 45 Prozent der Flüchtlinge kamen im ersten Halbjahr über diesen Weg nach Mittel- und Nordeuropa.
Griechenland warf Vucic vor, Flüchtlinge einfach passieren zu lassen: "Es ist schon unglaublich feststellen zu müssen, dass die Migranten den Boden der EU in Griechenland betreten und dort die Behörden offenbar keine Verpflichtung verspüren, die Flüchtlinge zu registrieren." Viele würden von Griechenland über Mazedonien nach Serbien ohne irgendwelche Papiere kommen.
Video: Der Flüchtlingstreck durch Serbien
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Sein Vorschlag ist nicht neu: Vergangene Woche hatte bereits der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Manfred Schmidt, dafür plädiert, Geldzahlungen stärker durch Sachleistungen zu ersetzen.