US-Präsidentschaftswahl 2020 Irakkrieg-Veteran will für Demokraten kandidieren

Der demokratische Parlamentarier Seth Moulton will Präsidentschaftskandidat in den USA werden. Sieben Jahre kämpfte der heutige Verwaltungsfachmann im Irak - das bestimmt große Teile seiner Politik.

Seth Moulton
Brian Snyder/ Reuters

Seth Moulton


Der Kongressabgeordnete Seth Moulton geht mit in das Rennen um die Präsidentschaftswahl in den USA im November kommenden Jahres. Das teilte der Demokrat aus Massachusetts am Montag in einer Videobotschaft mit.

Moulton war im Jahr 2014 ins US-Repräsentantenhaus gewählt worden, wo er die Nachfolge von John F. Tierney antrat. 2016 und 2018 wurde er in diesem Amt bestätigt. Der 40-Jährige gilt als Verfechter eines weniger konsensorientierten Führungsstils. Kurz nach seinem Einzug in den Kongress wandte er sich gegen Pläne von Barack Obama für eine Truppenaufstockung im Irak.

Bekannt wurde Moulton vor allem, weil er sich nach dem Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus 2018 zu einem Meinungsführer unter solchen Demokraten entwickelte, die sich gegen die Fraktionsvorsitzende Nancy Pelosi bei der Wahl zur Sprecherin einsetzten.

Moulton studierte an der Harvard University Physik, bevor er zwischen 2001 und 2008 bei den Marines diente und viermal im Irakkrieg diente. Dort stieg er zum Hauptmann auf. "Es gibt nichts, worauf ich mehr stolz bin, als bei den Marines gedient zu haben", sagte Moulton in seiner Videobotschaft. Dann kehrte er nach Harvard zurück und studierte Verwaltung.

Die Zeit bei der Armee prägt heute seine politischen Ziele. Moulton bemüht sich, weitere Veteranen aus dem Irakkrieg als Kandidaten für den Kongress zu gewinnen. "Vor 16 Jahren hat die Regierung in Washington mich und meine Freunde in einen Krieg geschickt, der auf Lügen basierte", schrieb er auf Twitter. "Nun ist es an der Zeit, dass die Generation, die gekämpft hat, von der Generation übernimmt, die uns dorthin schickte."

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Trotz einiger Differenzen mit liberalen Vertretern seiner Partei steht Seth Moulton für typische Ziele der Demokraten: Er kritisiert scharf die Steuerpolitik von Donald Trump, setzt sich für die Verschärfung der US-Waffengesetze ein und nennt eine umfassende Gesundheitsversorgung ein "Recht, das jedem Amerikaner garantiert werden muss". Er will die Generation der Millennials politisch besser erreichen und setzt sich für die Legalisierung von Marihuana ein. In einem Radiointerview hatte er 2016 gesagt, er habe während seiner Zeit am College selbst Haschisch geraucht.

Moultons Bewerbung kommt für Beobachter nicht unerwartet, trotzdem tritt der Politiker als Underdog gegen die anderen 19 bislang bekannt gewordenen Kandidaten an. Dazu gehören unter anderem die Senatorin Elizabeth Warren, die ebenfalls aus Massachusetts stammt, Kamala Harris und Amy Klobuchar sowie der Ex-Kongressabgeordnete Beto O'Rourke.

Auch der unabhängige Senator Bernie Sanders, der bereits 2016 bei den demokratischen Vorwahlen angetreten und damals Hillary Clinton unterlegen war, will einen weiteren Versuch starten. Zudem wird über eine Kandidatur des früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden spekuliert.

cpa/AP



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Antila 22.04.2019
1. Ein geeigneter Kommandant für Guantanamo.
""Vor 16 Jahren hat die Regierung in Washington mich und meine Freunde in einen Krieg geschickt, der auf Lügen basierte", schrieb er auf Twitter. "Nun ist es an der Zeit, dass die Generation, die gekämpft hat, von der Generation übernimmt, die uns dorthin schickte."" Völlig zusammenhangloses Gefasel. Das Verbrecherische am Irak-Krieg wurde damals allgemein thematisiert und wenn er an diesem Verbrechen teilnahm, soll er auch seine Verantwortung übernehmen. Aber nicht, in dem er in versucht Pöstchen zu ergattern, sondern sich bewusst wird, dass seine Intelligenz nicht ausreicht, um Lügen zu erkennen. Bush. jun mag ein Verbrecher gewesen sein. Aber er war in dem gleichen Alter nicht so dumm, an dem Vietnam-Krieg von Kennedy teilzunehmen.
irobot 22.04.2019
2.
Vielleicht sollten die Demokraten schon in diesem Jahr mit den Vorausscheidungen anfangen. Bei der Masse an Bewerbern kann das dauern.
bigmitt 22.04.2019
3. Ein breites....
....Feld an Kandidaten , es ist schön zu sehen das es viele Bewerber gibt, jedoch wer will sich vorstellen das die DNC mit einer Klobuchar oder Warren oder einem Buttigieg ( der noch am meisten bisher positiv überraschte) gegen Trump antritt? Hillary wird wieder antreten, sie wartet nur noch den passenden Zeitpunkt ab um ihre Kandidatur zu verkünden, da bin Ich mir sicher.
wolfgang_egelkraut 22.04.2019
4. Antila,
Hier sollte man sich nur äußern, wenn man nüchtern ist. Bush Junior kommt aus einem reichen Haus und hat alles genutzt, um Vietnam zu umgehen. Diese Möglichkeit hatten damals nicht so viele jung Männer in USA.
meybauer 22.04.2019
5.
Zitat von bigmitt....Feld an Kandidaten , es ist schön zu sehen das es viele Bewerber gibt, jedoch wer will sich vorstellen das die DNC mit einer Klobuchar oder Warren oder einem Buttigieg ( der noch am meisten bisher positiv überraschte) gegen Trump antritt? Hillary wird wieder antreten, sie wartet nur noch den passenden Zeitpunkt ab um ihre Kandidatur zu verkünden, da bin Ich mir sicher.
Wird sie sicherlich nicht, denn ihr Ego würde eine zweite, noch grössere Niederlagen, nicht verkraften. Tritt HRC an, wird Trump mit einem noch nie dagewesenen Landrutsch wiedergewählt. Momentan versuchen die Demokraten aber auch wirklich alles, dass dies der Fall sein wird: Steuererhöhungen, Reparationszahlungen an Schwarze, ein gar buntes Feld von Zielen, wobei eine/einer immer versucht den/die anderen an tollen Ideen zu übertreffen. Uncle Joe tritt Mitte dieser Woche an. Er liegt vorne. "White old man"liegt vorne in den Umfragen und wird wohl auch der Kandidat werden. Alles beim alten im Establishment der Dems!
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