Sex-Affäre Israels Präsident verteidigt sich als Verschwörungs-Opfer

Der israelische Präsident Mosche Katzav will der Forderung des Generalstaatsanwalts nicht nachkommen, wegen eines Sex-Skandals sein Amt ruhen zu lassen. Alle Vorwürfe würden sich als Lügen erweisen - "früher oder später".


Jerusalem - Der israelische Präsident Mosche Katzav hat es abgelehnt, wegen der Sex-Vorwürfe gegen ihn sein Amt ruhen zu lassen. Das hatte heute Generalstaatsanwalt Meni Masus heute gefordert: Katzav solle für die Dauer der laufenden Anklageprüfung nicht mehr seinen Geschäften nachgehen, um Israel die Peinlichkeit zu ersparen, argumentierte Masus.

Mosche Katzav: "Niederste Verschwörung gegen ihn"
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Mosche Katzav: "Niederste Verschwörung gegen ihn"

Katzav reagierte mit der Beteuerung, er sei nicht schuldig: "Der Präsident wiederholt und betont, dass er ein Opfer ist", teilte sein Büro mit. Es gebe eine "niederste Verschwörung gegen ihn". Die Vorwürfe würden sich "früher oder später als falsche Geschichten und Lügen" erweisen: "Die Wahrheit wird ans Licht kommen." Die Vorwürfe täten zwar weh, doch habe der Präsident "keine Angst. Er vertraut voll auf seine Unschuld. Die Autoritäten des Staates müssen warten, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind und der Generalstaatsanwalt seine letzten Schlüsse gezogen hat".

Zurzeit prüft Masus in dem Verfahren gegen Katzav, ob Anklage gegen das Staatsoberhaupt erhoben werden soll. Katzav werden Vergewaltigung, sexuelle Nötigungen, Behinderung der Justiz und andere Delikte vorgeworfen. Die Anklageschrift kann sich auf massive Vorwürfe von mindestens zehn Frauen stützen. Die Polizei hatte vor zwei Wochen empfohlen, den Präsidenten vor Gericht zu stellen. Doch er mimt weiter Normalität, nimmt am politischen Leben teil. Katzav spricht schon länger von einer Verschwörung: "Gewisse Kreise" wollten verhindern, dass er nach dem Ende seiner regulären Amtszeit als Präsident ein hohes Amt in der Politik anstrebe.

plö/Reuters.



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