Sexismus-Debatte Obama entschuldigt sich für Kompliment

Schnelle Kehrtwende: US-Präsident Obama hat sich für sein Kompliment an die "bestaussehende Generalstaatsanwältin" entschuldigt. Die Äußerung hatte eine Empörungswelle in Kommentaren, Blogs und sozialen Netzwerken ausgelöst. Daraufhin rief Obama bei der Juristin an und bat um Verzeihung.
Generalstaatsanwältin Kamala Harris: "Seltsame Bemerkung, Präsident Obama"

Generalstaatsanwältin Kamala Harris: "Seltsame Bemerkung, Präsident Obama"

Foto: Tannen Maury/ dpa

Washington - Es dauerte nur Stunden bis Obama seinen Fehler wieder ausbügelte: Auf einer Benefizveranstaltung hatte der US-Präsident die kalifornische Generalstaatsanwältin Kamala Harris zunächst als brillante und zähe Juristin gelobt - und dann als "die bestaussehende Generalstaatsanwältin" bezeichnet.

Kurze Zeit später bat Obama seine "gute alte Freundin", wie das Weiße Haus mitteilte, in einem Telefongespräch um Entschuldigung. "Er wollte Harris' berufliche Leistungen und ihre Fähigkeiten nicht abwerten", sagte ein Sprecher, "Er hat sich für die Verwirrung entschuldigt, die sein Kommentar verursacht hat." Obama wisse um die Probleme von Frauen am Arbeitsplatz, und dass sie nicht nach ihrem Aussehen beurteilt werden sollen.

Zwischen Kompliment und Entschuldigung hatte sich in Kommentaren, Blogs und auf Twitter in Windeseile eine Sexismusdebatte entfaltet: Die Bemerkung sei "sexistisch (und dumm)" gewesen, schrieb salon.com, die "Washington Post"-Bloggerin Alexandra Petri fragte, wann Komplimente über das Aussehen einer Frau erlaubt seien. "Seltsame Bemerkung, Präsident Obama", hieß es auf der Website Buzzfeed.com, die als Scherz eine Aufstellung der zwölf "heißesten" männlichen Generalstaatsanwälte dazustellte.

Ein Sprecher von Harris teilte mit, dass sich die Generalstaatsanwältin auf der Veranstaltung gut mit Obama unterhalten habe und ihn unterstütze - ob Harris die Entschuldigung angenommen hat, sagte der Sprecher nicht.

Der US-Präsident hatte schon Anfang dieses Jahres Kritik dafür geerntet, dass das Beraterteam für seine zweite Amtszeit vor allem aus Männern besteht.

nck/AP
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