Sexuelle Belästigung Neue Vorwürfe gegen Präsidentschaftsbewerber Cain

Sharon Bialek ließ es an Details nicht fehlen: Sie beschuldigte während einer Pressekonferenz den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Cain mit präzisen Angaben der sexuellen Belästigung. Auf ihre Versuche, sich zu wehren, habe er entgegnet: "Du willst doch einen Job, oder?"


New York - Der US-Republikaner Herman Cain ist von einer weiteren Frau der sexuellen Belästigung beschuldigt worden. Eine frühere Angestellte der Nationalen Restaurant-Vereinigung (der National Restaurant Association, NRA), deren Chef Cain war, sagte am Montag in New York, Cain habe ihr vor 14 Jahren unter den Rock gegriffen. Das Büro des Politikers reagierte prompt auf die neuen Anschuldigungen - und wies alle Vorwürfe zurück. "Alle Belästigungsvorwürfe gegen Herrn Cain sind vollkommen unwahr, Herr Cain hat niemals jemanden belästigt", hieß es in einer Erklärung.

Sharon Bialek sagte, sie habe Cain während eines offiziellen Abendessens kennengelernt. Als sie einen Monat später entlassen worden sei, habe sie sich hilfesuchend an Cain gewandt. Beide hätten sich im Juli 1997 in der Bar ihres Hotels in Washington getroffen. Nach einem gemeinsamen Essen habe er sie im Auto belästigt.

"Er berührte mein Bein, griff unter meinen Rock und nach meinen Genitalien", sagte Bialek. Zudem habe er ihren Kopf in Richtung seines Schritts gedrückt. Als sie sagte, er solle aufhören, habe Cain geantwortet: "Du willst doch einen Job, oder?" Er habe sie dann aber ins Hotel zurückgefahren.

"Dieser Mann, der Präsident werden will, hat Amerika belogen"

Bialeks Anwältin Gloria Allred sagte: "Wenn wahr ist, was meine Mandantin sagt, bin ich angewidert. Dieser Mann, der Präsident werden will, hat Amerika belogen." Von zwei Bekannten Bialeks lägen schriftliche Zeugenaussagen vor, in denen diese bestätigten, dass die Frau damals über den Abend berichtet habe.

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Belästigungsvorwürfe: Herman Cain im Zwielicht
Trotz der mehrfachen Vorwürfe hat Cain, der früher Chef einer Pizzakette war, weiter Rückhalt bei den Republikanern. Laut einer am Samstag veröffentlichten Umfrage der "Washington Post" und von ABC liegt Cain Kopf an Kopf mit Mitt Romney, dem Ex-Gouverneur von Massachusetts, an der Spitze.

In der vergangenen Woche hatte Cain alle wichtigen Umfragen angeführt. Doch dann kamen die ersten Vorwürfe wegen sexueller Belästigung. Das kann das Aus für den Kandidaten Cain bedeuten.

Mittlerweile sind es vier Frauen und Angestellte des US-Gaststättenverbands, die Cain in den neunziger Jahren, damals war er der Vorsitzende der Organisation, mit anzüglichen Bemerkungen oder Gesten belästigt haben soll.

Der 65-Jährige hat alle Vorwürfe bisher entschieden zurückgewiesen. Es handele sich um eine "Hexenjagd" und eine "Schmutzkampagne". Man versuche, seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner und ihn persönlich zu "zerstören". Schon am vergangenen Montag hatte er erklärt, dass es in den neunziger Jahren eine Untersuchung des Gaststättenverbands wegen der Anschuldigungen gegen ihn gegeben habe. Ergebnis: Sie seien "gegenstandslos".

bos/dpa/Reuters

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