Siegesparade in Moskau Medwedew und Putin feiern wie die Sowjetfürsten

Russlands neuer Präsident Medwedew präsentiert sich als starker Mann: Fast zwei Jahrzehnte nach dem Ende der Sowjetunion lässt die Kreml-Führung wieder schweres Kriegsgerät auf den Roten Platz rollen - anlässlich des Sieges über Nazi-Deutschland vor 63 Jahren.


Moskau - Kampfpanzer, Spähwagen, Raketenwerfer: Zur alljährlichen Siegesparade ließ Russlands Führung diesmal ganz großes Gerät auffahren. Erstmals seit dem Ende der Sowjetunion vor 17 Jahren rollten wieder Panzer auf den Roten Platz. Der 9. Mai ist bis einer der wichtigsten Feiertage in Russland. An ihm wird des Sieges über Deutschland im Zweiten Weltkrieg und der enormen Opfer gedacht, die sowohl Streitkräfte als auch Zivilbevölkerung brachten. Rund neun Millionen sowjetische Soldaten wurden in den Kämpfen gegen die Deutschen getötet.

Veteranenverbände lobten die Rückkehr zur Waffenschau in sowjetischer Tradition. Die Kosten für die Parade könnten enorm werden: Die Stadt Moskau stellte 40 Millionen Euro für die Beseitigung etwaiger Schäden bereit.

Die Demonstration militärischer Stärke war von Wladimir Putin in einer seiner letzten Amtshandlungen als Präsident angeordnet worden. In den letzten Jahren unter Putin wurden die Militärausgaben Russlands vervierfacht.

Sein Nachfolger Dmitrij Medwedew betonte, der "wahre Zweck von Waffen und Militärausrüstung ist eine verlässliche Verteidigung der Heimat". Medwedew gratulierte den Streitkräften zum 63. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland. "Sie haben die Unabhängigkeit des Vaterlandes bewahrt", sagte Medwedew als Oberbefehlshaber der Streitkräfte in einer vom Staatsfernsehen landesweit übertragenen Ansprache.

Die Besatzungen salutierten Medwedew aus geöffneten Luken. Der Kreml-Chef stand gemeinsam mit Vorgänger Putin auf einer Ehrentribüne vor dem Lenin-Mausoleum. Insgesamt fuhren Dutzende Panzer über das Kopfsteinpflaster des Roten Platzes.

Fahnenträger einer russischen Ehrengarde führten die Parade an. Die Kadetten trugen die Fahne der Russischen Föderation, die rote Flagge des Sieges und die Flagge der russischen Streitkräfte auf den Platz vor den Kreml-Mauern. Verteidigungsminister Anatolij Serdjukow fuhr stehend in einer offenen Limousine die Ehrenformationen ab. Insgesamt nahmen 8000 Soldaten an dem Militärspektakel teil.

flo/dpa/AP



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