Deutscher Schriftsteller Bundesregierung erleichtert über Akhanlis Haftentlassung

Der deutsche Autor Akhanli sitzt in Spanien nicht mehr in Haft, das Auslieferungsverfahren läuft aber weiter. Außenminister Gabriel zeigt sich "voller Vertrauen in die spanische Justiz". Es wäre "schlimm" gewesen, hätte die Türkei ihr Ziel erreicht.
Sigmar Gabriel (SPD)

Sigmar Gabriel (SPD)

Foto: Peter Steffen/ dpa

Mehr als 24 Stunden nach seiner Verhaftung im spanischen Granada ist der deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli wieder aus der Haft entlassen worden. Außenminister Sigmar Gabriel, der sich am Samstag persönlich in den Fall einschaltete, begrüßte die Freilassung. "Es wäre schlimm, wenn die Türkei auch am anderen Ende Europas erreichen könnte, dass Menschen, die ihre Stimme gegen Präsident Erdogan erheben, in Haft geraten würden", erklärte Gabriel.

Die Türkei hatte Akhanli, der in Istanbul aufwuchs, aber alleinig die deutsche Staatsbürgerschaft hat, mit einer sogenannten Red Notice bei Interpol suchen lassen. Er gilt aus Sicht der türkischen Regierung als Oppositioneller. In seinen Werken setze er sich unter anderem für das Gedenken und die Aufarbeitung des Völkermords an den Armeniern ein. Akhanli muss nun trotz der Haftentlassung weiter Auflagen erfüllen. So darf er Spanien vorerst nicht verlassen und muss sich wöchentlich bei der Polizei melden.

Autor Dogan Akhanli

Autor Dogan Akhanli

Foto: Henning Kaiser/ dpa

Das Auslieferungsverfahren läuft einstweilen weiter und liegt zunächst in den Händen der spanischen Justiz. Nur für den Fall, dass diese eine Auslieferung an die Türkei für zulässig hält, entscheidet die spanische Regierung über eine Auslieferung Akhanlis an die Türkei. Das Verfahren kann viele Wochen dauern.

"Ich habe vollstes Vertrauen in die spanische Justiz und weiß, dass unsere Freunde und Partner in der spanischen Regierung wissen, um was es geht", sagte Gabriel. Er hatte am Samstagabend in dieser Sache mit seinem spanischen Amtskollegen telefoniert. Aus dem Auswärtigen Amt war zu hören, der Geschäftsträger der Botschaft in Madrid habe an der Anhörung Akhanlis vor der Audiencia Nacional teilgenommen.

vks/dpa
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