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Erneute Anwürfe gegen Gabriel Auswärtiges Amt mahnt bei der Türkei respektvollen Umgang an

Erneute Verbalattacke aus Ankara: In einer Serie von Tweets hat der türkische EU-Minister Celik Außenminister Gabriel scharf angegriffen, er rede "wie ein Rassist". Das Auswärtige Amt reagiert.
Außenminister Sigmar Gabriel

Außenminister Sigmar Gabriel

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Wochenende Bundesaußenminister Sigmar Gabriel persönlich attackierte, legte nun der türkische Europaminister Ömer Celik nach. In insgesamt 28 Tweets warf er dem SPD-Politiker "vernunftwidrige" Äußerungen zu Erdogan vor. Gabriel rede "wie ein Rassist" und "Rechtsextremer", schrieb Celik.

"Gabriel gibt keine authentischen Erklärungen ab. Er spricht, indem er von den Rechten und Rassisten kopiert", heißt es in einer der Nachrichten. Zur Kritik Gabriels an Staatschef Erdogan schrieb er: "Die Republik Türkei und der Staatspräsident der Türkei sind ein Ganzes". Eine Bewertung dazu stehe Gabriel nicht zu. Zudem beschuldigte er ihn, sich wie Österreichs Außenminister Sebastian Kurz zu verhalten, der "ein Feind der Flüchtlinge und ein Symbol einer rassistischen Politik" sei.

Das Auswärtige Amt kritisierte diese Äußerungen als "verletzend und inakzeptabel", so der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), gegenüber der "Welt". "So etwas darf sich nicht wiederholen."

Angesichts zahlreicher Bewährungsproben, die Deutschland und die Türkei gleichermaßen beträfen, sei es nun "umso wichtiger, vorhandene politische Differenzen im gegenseitigen Respekt auszutragen", sagte Roth. "Unser Umgang sollte von der Achtung des jeweiligen Gegenübers geprägt sein."

Vor rund einem Monat hatte die Bundesregierung ihren moderaten Kurs gegenüber Erdogan aufgegeben. Gabriel ließ die Reisehinweise verschärfen und warnte deutsche Unternehmen vor Investitionen in der Türkei. (Lesen Sie hier einen gemeinsamen Gastbeitrag von Gabriel und Heiko Maas zu Erdogans Kulturkampf.)

Am Wochenende verschärfte sich der Konflikt zwischen Berlin und Ankara erneut, als der deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli in Spanien vorübergehend festgenommen wurde. Ihm droht die Auslieferung in die Türkei.

vks/dpa/AFP