Signal an China USA schicken Kriegsschiff in Straße von Taiwan

Diese Botschaft dürfte in Peking angekommen sein: Die US-Navy hat ein Schiff durch die Straße von Taiwan fahren lassen. China beäugt angebliche Ambitionen einer Abspaltung des Territoriums mit größtem Argwohn.

U.S.S. "Antietam": Heikle Passage zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland
Marcus L. Stanley/U.S. Navy/ REUTERS

U.S.S. "Antietam": Heikle Passage zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland


Spannungen zwischen den USA und China gibt es seit längerer Zeit, der neueste US-Vorstoß dürfte eher wenig zur Entspannung der Lage beitragen. Die USA haben ein Kriegsschiff die Straße von Taiwan passieren lassen.

"Der Transit durch die Taiwan-Straße zeigt das Engagement der USA für einen freien und offenen Indopazifik", sagte Clay Doss, Sprecher der Siebten Flotte der US-Marine, am Mittwochabend (Ortszeit) in Washington. "Die US-Navy wird weiterhin fliegen, fahren und operieren, wo immer es das internationale Recht erlaubt."

Die 180 Kilometer breite Meerenge trennt die chinesische Provinz Fujian und die Insel Taiwan. Obwohl die U.S.S. "Antietam" abgesehen von der Durchfahrt nach bisherigem Stand keine weiteren Aktionen in dem Seegebiet durchgeführt hat, sind Botschaft und Empfänger eindeutig.

Die Entscheidung dürfte von Peking als Provokation aufgefasst werden. Schließlich betrachtet die Volksrepublik Taiwan als "unabtrennbaren Bestandteil des chinesischen Territoriums". Wegen des Handelsstreits sind die Beziehungen mit den USA derzeit ohnehin schwer belastet. Immerhin sollen in diesem Konfliktbereich bald wieder Gespräche aufgenommen werden.

Klare Ansage aus Peking: Taiwan geht nirgendwohin

China hatte sich bereits über die US-Pläne, Waffen im Wert von 2,2 Milliarden US-Dollar an Taiwan zu verkaufen, verärgert gezeigt. Die USA haben zwar keine offiziellen Beziehungen zu Taiwan. Sie sind aber der wichtigste politische Unterstützer und größter Waffenlieferant des Inselstaats.

Am Mittwoch hatte der Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums deutliche Worte gefunden: "Sollte es irgendjemand wagen, Taiwan von unserem Land abspalten zu wollen, wird das chinesische Militär bereitstehen. Es wird die nationale Einheit, Unabhängigkeit und territoriale Integrität beschützen."

Seit Jahren schickt China immer wieder Kriegsschiffe und Militärflugzeuge für Übungen in Richtung Taiwan. Auch dies dürfte als unmissverständliche Botschaft gemeint sein. Außerdem unternimmt Peking große Anstrengungen, um Taiwan international zu isolieren und die wenigen verbliebenen Partner zu verprellen.

jok/Reuters



insgesamt 85 Beiträge
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quark2@mailinator.com 25.07.2019
1.
Leider habe ich noch nie einen Zeitungsartikel gelesen, der dazu Stellung nimmt, was es die USA pro Jahr so kostet, die ganze Welt unter Kontrolle zu halten und wieviel Gewinn sie dadurch macht. Hätte man diese Zahlen, könnte man sie mit Population und Produktivität in Relation setzen und ausrechnen, wie lange diese Dominanz ökonomisch noch zu halten sein wird. Das wäre dann wirklich mal eine Basis, um solche Ereignisse historisch einschätzen zu können. Ansonsten darf man sich darauf "freuen", daß in 20 Jahren chinesische Trägerkampfgruppen im Mittelmeer oder vor Hawaii rumschwimmen und wenn sich jemand aufregt, heißt es nur "Ihr habt das 70 Jahre lang vor unseren Küsten gemacht, jetzt machen wir es vor Eueren.". Das hilft ganz bestimmt unglaublich weiter. Rein taktisch ist die Sache klar - Formosa ist nur zu halten, wenn man es nuklear bewaffnet und damit hätte man die Cubakrise reloaded. Ohne Nuklearwaffen ist die Verteidigung auf die Dauer für die USA eine ziemliche finanzielle Belastung.
suferone 25.07.2019
2. Wer glaubt daran?
Glaubt tatsächlich jemand daran das wenn China mit seinem millionen Heer über Taiwan herfällt die USA konventionel etwas dagegen setzen könnten und die Okkupation verhindern könnten? Andererseits darf man natürlich eine Demokratie, die Taiwan tatsächlich ist, nicht einfach so China preisgeben. Selbst in Hong Kong sieht man wohin der Weg geht. Aber wenn man ehrlich ist hat man nicht viel entgegen zu setzen. Das einzigste ist der Preis dafür muss so hoch wie möglich für China sein. Soll heißen Taiwan muss von der freien Welt wirtschaftlich unterstützt und militärisch so hoch wie nur möglich ausgerüstet werden damit die chinesischen Planer eine kosten-nutzen Rechnung machen müssen. Wenn China in Hong Kong tatsächlich seine zusagen einhalten würde, würde in Taiwan vielleicht sogar eine Mehrheit für den Anschluss sein aber die Realität ist halt eine andere und das sehen die taiwanesen ganz genau!
Geopolitik 25.07.2019
3. Gut so!
Selbst wenn das demokratische Taiwan nicht mehr wäre und die Bonzenrepublik China es sich einverleibt hätte, bliebe die Straße von Taiwan laut internationalen Seerecht internationale Gewässer mit Durchfahrtsrecht für alle - siehe auch die weitaus schmalere Straße von Kerch bei der Ukraine/Krim. Allerdings schert sich Peking nicht ums internationale Recht wenn es um die Umsetzung 'tausendjähriger' Gebietsansprüche geht - siehe Südchinesisches Meer. Wir können den USA nur dankbar sein, wenn Sie zu Chinas Expansionsgelüsten klare Kante zeigen, es sei denn wir wollen die Welt territorial aufgemischt sehen was ein so Friedensbemühtes Volk wie die heutigen deutschen wohl nicht will.
auweia 25.07.2019
4. Hier haben die USA recht
Auch wenn die FONOP-Fahrten unter der Trump-Administration durchgeführt werden sind sie wichtig und notwendig um China darauf hinzuweisen, dass es nicht nach Belieben offene Seegebiete annektieren kann. Die VR China hat unilateral den Status quo in der Region zum Nachteil aller anderen Beteiligten geändert. Die USA sind das einzige Land, dass diese Patrouillen glaubhaft durchführen kann. Sie sind auch der einzige Faktor, der China (noch) daran hindert, Taiwan - das demokratische China - "heim ins Reich" zu holen (Analogie wurde bewusst gewählt) Deutschland sollte die USA hier (zumindest politisch) unterstützen, auch wenn es wirtschaftlich weh tut.
demokratie-troll 25.07.2019
5. Okkupationsdurst
Taiwan ist ein selbständiger Staat, auf das China keinerlei Ansprüche hat. Da es über keine Atomwaffen verfügt wird es früher oder später ein Fraß der Aggressionspolitik Chinas werden. Zwei mit Atomraketen bestückte U-Boote, die gleichzeitig die Großstädte an Chinas Küste und Peking angreifen könnten, würden das Problem dauerhaft lösen. Chinas Okkupationsdurst wäre abgekühlt. Eine andere Überlebensmöglichkeit hat Taiwan eigentlich nicht, dafür ist China inzwischen technologisch zu weit aufgerüstet.
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