Simbabwe Diktator Mugabe kündigt Krieg für den Machterhalt an

Zwei Wochen sind es noch bis zur Stichwahl in Simbabwe - und Machthaber Mugabe rüstet nun auch rhetorisch auf: Um einen Sieg der Opposition zu verhindern, sei er bereit, in den Krieg zu ziehen. Mugabe wird von Oppositionschef Tsvangirai herausgefordert.


Hamburg/Harare - Zwei Wochen vor der Stichwahl um das Präsidentenamt hat Simbabwes umstrittener Staatschef Robert Mugabe einen Machtwechsel kategorisch ausgeschlossen. Die oppositionelle Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) werde das Land niemals regieren, erklärte Mugabe am Samstag. Er sei bereit, in den Krieg zu ziehen, um genau das zu verhindern, fügte er an - und zog Parallelen zum Jahrzehnte zurückliegenden Befreiungskampf gegen die britischen Kolonialherren.

Simbabwes Präsident Mugabe: Sein Kampf gegen die Opposition geht weiter
AFP

Simbabwes Präsident Mugabe: Sein Kampf gegen die Opposition geht weiter

Zuvor hatte nach staatlichen Medienberichten bereits Armeechef Constantine Chiwenga an die Menschen appelliert, Simbabwe gegen die "betrügerische Opposition" zu verteidigen. Mugabe tritt bei der Stichwahl um das Präsidentenamt am 27. Juni gegen MDC-Chef Morgan Tsvangirai an. Dieser hatte im ersten Wahlgang im März zwar überraschend die meisten Stimmen erhalten, die absolute Mehrheit nach offiziellen Angaben aber verfehlt. Seither wurde Tsvangirai wiederholt von der Polizei verhört.

Die MDC wirft der Regierung vor, im Vorfeld der entscheidenden Abstimmung nicht nur den Wahlkampf der Opposition zu stören, sondern auch das Volk systematisch einzuschüchtern. MDC-Generalsekretär Tendai Biti, dem eine Anklage wegen Hochverrats droht, musste am Samstag vor dem Obersten Gericht erscheinen. Dieses soll entscheiden, ob die Festnahme Bitis vor wenigen Tagen rechtmäßig war.

Biti wurde in Handschellen vor Gericht gebracht. Er war am Donnerstag von Südafrika kommend auf dem Flughafen in Harare abgeführt. Bei einem Schuldspruch droht ihm die Todesstrafe. Tsvangirai wurde auch schon zweimal vorübergehend festgenommen.

flo/AP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.