Simbabwe Polizei nimmt westliche Diplomaten fest

Eine Straßensperre, zerstochene Reifen und ein zusammengeschlagener Fahrer: Polizei und Kriegsveteranen in Simbabwe haben einen Konvoi mit Diplomaten aus USA und Großbritannien gestoppt. Stundenlang wurden die Ausländer festgehalten. Der US-Botschafter kündigte eine scharfe Antwort Washingtons an.


Harare - Bei Recherchen zur politischen Gewalt in Simbabwe sind amerikanische und britische Diplomaten angegriffen und vorübergehend festgenommen worden. Die Gruppe sei am Donnerstag an einer Straßensperre nördlich der Hauptstadt gestoppt worden, hieß es bei der US-Botschaft in Harare. "Die Polizei errichtete eine Straßensperre, stoppte die Fahrzeuge, zerfetzte die Reifen, nahm meinen Mitarbeitern die Telefone ab und drohte ihnen, die Autos mit meinen Leuten darin anzuzünden, wenn sie nicht der Polizei zur nächsten Wache folgen würden", sagte der US-Botschafter in Simbabwe, James McGee, dem US-Fernsehsender CNN. Ein Mitarbeiter sei verprügelt worden, außerdem hätten die Angreifer bei einigen Fahrzeugen Reifen aufgeschlitzt.

Die Gruppe sei später wieder freigelassen worden, teilten Sprecher des britischen Premierministers Gordon Brown und des Außenministeriums in Washington mit. Die US-Regierung werde das Thema beim Weltsicherheitsrat vorbringen, sagte Außenamtssprecher Sean McCormack. Dieser will sich noch im Lauf des Tages mit dem Vorfall befassen. Man werde am Nachmittag (Ortszeit) zu Beratungen zusammenkommen, sagte der amtierende Ratspräsident, der US-Botschafter bei den Uno, Zalmay Khalilzad, am Donnerstag in New York.

Browns Sprecher Michael Ellam sagte, noch sei unklar, wie viele Diplomaten betroffen gewesen seien, auch Einzelheiten des Übergriffs seien noch nicht bekannt. Das Außenministerium in London habe den simbabwischen Botschafter einbestellt.

Am Mittwoch war der simbabwische Oppositionsführer Morgan Tsvangirai mehrere Stunden lang festgehalten worden. Seine Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) wirft Staatschef Robert Mugabe vor, er wolle die Stichwahl am 27. Juni manipulieren. Der Oppositionsführer hatte den ersten Wahlgang Ende März gewonnen. Anfang April war er ins Ausland gegangen, weil es wegen des Streits um den Wahlausgang zu Unruhen im Land kam.

ler/AP/Reuters



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