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Rüstungsindustrie: Tödliche Verkaufsschlager

Foto: Alexander Koerner/ Getty Images

Rüstungsranking Deutsche und russische Waffenschmieden verdienen prächtig

Die globalen Waffenverkäufe gehen zurück, haben schwedische Forscher ermittelt. Aber es gibt Ausnahmen - dank ThyssenKrupp gehört Deutschland dazu. Fast 50 Prozent mehr Waffen verkauften russische Unternehmen.

Zum vierten Mal in Folge sind die weltweiten Verkäufe der größten Rüstungsunternehmen leicht gesunken. Zusammen setzten die Hersteller 401 Milliarden US-Dollar (rund 367 Milliarden Euro) und damit 1,5 Prozent weniger um als im Vorjahr. Das geht aus dem Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri hervor, der an diesem Montag vorgestellt wird.

Vor allem die Hersteller in Nordamerika und Westeuropa machten 2014 weniger Kasse. Die westeuropäischen Waffenverkäufe gingen um 7,4 Prozent zurück.

Allerdings gibt es in Westeuropa zwei Länder, die dem Trend entgegenstehen: Deutschland und die Schweiz.

Deutsche Rüstungsunternehmen verdienten im vergangenen Jahr mehr als noch 2013, konkret liegt das Plus bei 9,4 Prozent (Schweiz: +11,2 Prozent). Den Forschern zufolge lag das vor allem an einem starken Umsatzwachstum bei dem Industriekonzern ThyssenKrupp. Das Unternehmen kletterte im Rüstungsranking vom 59. auf den 42. Platz und verkaufte Waffen im Wert von 2,31 Milliarden US-Dollar (2013: 1,77 Milliarden).

Noch etwas höher platziert ist der Rheinmetall-Konzern, er machte aber im Vergleich zum Vorjahr nur einen Platz gut und liegt aktuell mit Verkäufen im Wert von 2,97 Milliarden Dollar auf Rang 31.

Es geht aber noch deutlich extremer, wie ein Blick auf die russischen Rüstungskonzerne zeigt. Diese haben im vergangenen Jahr entgegen dem internationalen Trend deutlich mehr Waffen verkauft. Der Sipri-Liste zufolge setzten die Hersteller 2014 48,4 Prozent mehr um als im Vorjahr. "Russische Unternehmen reiten auf der Welle der zunehmenden nationalen Militärausgaben und Exporte mit", sagte Sipri-Experte Siemon Wezeman laut einer Mitteilung. Die Zahl der russischen Produzenten in der Liste der 100 größten Rüstungsunternehmen stieg von neun auf elf.

Zum Vergleich: Die USA dominieren die Liste weiter. Von dort kommen mit 38 Rüstungsunternehmen in den Top 100 die meisten Hersteller. Sieben davon waren 2014 unter den Top 10.

  • Spitzenreiter ist Lockheed Martin mit 37,5 Milliarden Umsatz 2014. Die Firma liegt seit 2009 stets auf dem ersten Platz, mit einem Anstieg der Waffenverkäufe von 3,9 Prozent
  • Platz zwei belegt der Boeing-Konzern (28,3 Milliarden US-Dollar)
  • Platz drei geht an BAE Systems aus Großbritannien (25,7 Milliarden US-Dollar).

Danach folgen mit Raytheon (21,3), Northrop Grumman (19,6) und General Dynamics (18,6) drei weitere US-Firmen.

Die Waffenverkäufe in der Ukraine brachen dagegen von 2013 auf 2014 drastisch ein. Gründe sind nach Einschätzung der Forscher der Konflikt mit Russland und der Wertverlust der Währung.

Auf Chinas aufstrebende Waffenindustrie gehen die Friedensforscher in ihrem Bericht übrigens nicht ein. Der Grund: Von dort liegen nicht genügend Daten vor.

jok/dpa
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