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31. Mai 2014, 15:46 Uhr

Mittelmeer

3000 Flüchtlinge erreichen Italien - in nur 24 Stunden

Fast 40.000 Flüchtlinge haben in diesem Jahr schon die italienische Küste erreicht - aber so viele wie heute waren es binnen eines einzigen Tages noch nie. Allein in den vergangenen 24 Stunden kamen 3000 Menschen an, viele davon stammen aus Syrien.

Rom - Etwa 3000 Flüchtlinge aus Nordafrika haben am Samstag Italien erreicht. Die Menschen gingen bei italienischen Schiffen an Bord oder wurden in ihren Booten nach Sizilien abgeschleppt.

Wie die Behörden mitteilten, hatte das Marineschiff "Libra" 450 Migranten an Bord geholt. Es begleitete dabei einen Schlepper, der etwa 1300 Flüchtlinge in den Hafen von Ragusa bringen sollte. Ein Fischerboot mit 250 Migranten war bereits dorthin geschleppt worden. Alle Migranten sollten am Samstag auf Sizilien ankommen.

Auch der sizilianische Hafen Empedocle war Anlegestelle für Flüchtlinge. Kurs dorthin hatte das Patrouillenboot "Peluso" mit mehr als 307 Syrern an Bord genommen, ebenso das Marineschiff "Euro", das 531 Flüchtlinge gerettet hatte. Wegen des andauernden Bürgerkrieges kommen vermehrt Menschen aus Syrien in Italien an.

Italiens Marine kommt Flüchtlingen verstärkt zu Hilfe

Obwohl das Aufnahmelager auf der Insel Lampedusa geschlossen ist, mussten mehrere Schiffe mit Flüchtlingen auch dort anlegen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. 266 Migranten waren am Samstag schon angekommen, etwa 200 sollte ein Marineschiff noch nach Lampedusa bringen.

Im Zuge ihres Hilfsprogramms "Mare Nostrum" kommt Italiens Marine seit Herbst 2013 den Flüchtlingsbooten aus Nordafrika verstärkt zu Hilfe. Das hat den Migrantenstrom seit Monaten massiv erhöht. Auch in Schönwetterperioden versuchen mehr Migranten aus Afrika oder dem Nahen Osten, in oftmals wenig seetauglichen Booten nach Italien zu gelangen.

Hunderttausende warteten an der nordafrikanischen Küste darauf, nach Europa zu gelangen, hatte Innenminister Angelino Alfano erklärt und mehr Unterstützung von den europäischen Partnern verlangt. Denn allein könne Rom den Ansturm kaum noch bewältigen.

Nach Angaben der italienischen Regierung strandeten im Laufe des Jahres bereits 39.000 Flüchtlinge an den Küsten Italiens oder wurden aufgegriffen. Die 2013 registrierte Gesamtzahl von 43.000 Ankünften dürfte damit in diesem Jahr deutlich übertroffen werden.

wbr/dpa/AFP

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