Europa-Wahl im Mai Ska Keller ist Spitzenkandidatin der europäischen Grünen

Mit der deutschen Grünen-Abgeordneten Ska Keller zieht die Partei in den EU-Wahlkampf. Zusammen mit dem Niederländer Bas Eickhout soll sie die Rückkehr zum Nationalismus bekämpfen.

Ska Keller
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Ska Keller


Die europäischen Grünen ziehen mit der Deutschen Ska Keller und dem Niederländer Bas Eickhout an der Spitze in den Europa-Wahlkampf. Ein halbes Jahr vor der Neuwahl des EU-Parlaments im Mai 2019 wählte ein Parteitag in Berlin die beiden Europaabgeordneten als Spitzenduo.

Die nächste Europawahl findet von 23. bis 26. Mai 2019 statt, in Deutschland am Sonntag, den 26. Mai. Bei der vorigen Europawahl 2014 hatten die Grünen rund 6,7 Prozent geholt.

Stärkste Kraft wurde die EVP, zu der CDU und CSU gehören. Sollte die EVP wieder stärkste Fraktion werden, hat der Deutsche Manfred Weber (CSU) sehr gute Chancen auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten. Die Grünen würden das gern verhindern, etwa durch ein Bündnis mit den europäischen Liberalen (Alde) und den Sozialdemokraten im EU-Parlament.

Keller: Durch rechte Kräfte herausgefordert

Die am 22. November 1981 im brandenburgischen Guben nahe der polnischen Grenze geborene Keller sitzt seit 2009 im Europaparlament und war bereits 2014 Spitzenkandidatin der europäischen Grünen. Die 37 Jahre alte Keller war zwei Wochen zuvor bereits auf Platz eins der Europaliste der deutschen Grünen gewählt worden.

Seit 2016 ist sie Ko-Fraktionschefin der Grünen im EU-Parlament. Gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Sven Giegold bildet sie das deutsche Spitzenduo für die Europawahl. Eickhout ist Abgeordneter im Europaparlament.

Keller erklärte nach dem Votum, sie fühle sich geehrt, die Grünen in die Wahl führen zu dürfen. Der Partei komme bei der Europawahl eine große Verantwortung zu, denn Europa werde von rechten Kräften herausgefordert, die eine Rückkehr zum Nationalismus anstrebten.

Eickhout: Zu lange hatten Konzerne Europa im Griff

"Jetzt ist es Zeit, nach draußen zu gehen", sagte Keller am Samstag. Es gelte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen. Eickhout sagte, es gehe "eine grüne Bewegung, eine grüne Welle" durch Europa.

Eickhout sagte nach der Wahl, es sei nun Zeit für einen Wandel und für ein Europa, das gegen den Klimawandel eintrete. Zu lange hätten zudem multinationale Konzerne Europa im Griff gehabt und Profit und Wachstum über alles andere gestellt. Das sei auf Kosten eines sozialen Europa gegangen, warnte Eickhout.

sth/AFP/dpa



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jennerwein 24.11.2018
1. Grüne - Wohlstandsdünkel reicher Länder
Ererbter Wohlstand, weil zumeist auf dem Fleiß ihrer Eltern und Großeltern basierend, lassen mir die Grünen europaweit gesehen als weltfremd erscheinen. Bereits Nachbar Frankreich, Atomkraftwerke so weit das Auge reicht. Spanien, Italien Agrar-Größtkolchosen, größer als einst in der Ex-SU. Gesamte Ex-kommunistische Länder Extrem-Nationalismus incl.offenem Anti-Semitismus. Zudem Sozialverhältnisse und Einkommen wie bei uns vor 50 Jahren. Grün wählen da keine 3% Dennoch-Reicher. Wer wie ich, nicht als Urlauber, sondern im gelebten Einheinmischen-Alltag mit den Sorgen dieser Menschen zusammenkommt, versteht, weshalb denen die Gedankenwelt "unserer" Grünen wie ein Since-Fiction-Roman vorkommt.
ekel-alfred 24.11.2018
2. Franziska Maria Keller
heißt die Frau und deshalb sollte man sie auch so nennen. Oder benötigen Politiker mittlerweile Künstlernamen?
intercooler61 24.11.2018
3. Künstler(vor)namen in der Politik
... sind mir irgendwie suspekt. "Franziska" ist ja nun kein Zungenbrecher. Zu welchem Behufe also?
kumi-ori 24.11.2018
4.
Zitat von ekel-alfredheißt die Frau und deshalb sollte man sie auch so nennen. Oder benötigen Politiker mittlerweile Künstlernamen?
dann darf man Annegret Kramp-Karrenbauer auch nicht mehr AKK abkürzen. Und aus Franz-Josef Strauß wird dann übrigens ein ganz schlicht klingender Franz Strauß
ericstrip 24.11.2018
5. Nun ja...
...auch wenn die Grünen momentan überraschend hohe Umfragewerte haben, die vor allem auf die Krise der Groko-Parteien zurückzuführen sind, stellt sich die Frage, was Frau Keller und ihre Mitstreiter ihren Herausforderern an nachvollziehbaren Argumenten entgegenzusetzen haben. Hört man sich nämlich an, was Frau Keller so zu sagen hat, kommt nur eine für mich verstörende Mischung aus Platitüden und Hybris. Inhalte, die über "die Grünen sind gut, die anderen Böse" hinausgehen, entnehme ich keine. Übertrieben? Schauen Sie selbst, die Grünen haben ihre zehnminütige Rede auf dem Bundesparteitag 2018 in Leipzig ins Netz gestellt: https://www.youtube.com/watch?v=ZqMs6N4GdbE Die intendierte Erlösungsbotschaft schlägt bei mir jedenfalls ins Gegenteil um.
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