Skandal in Italien Prodis Steuererklärung ausspioniert

Die Steuerdateien des italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi beim Finanzamt wurden insgesamt 128 Mal geprüft - illegal. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Angehörige von verschiedenen Behörden.


Rom - Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa heute berichtete, drangen Mitarbeiter des italienischen Zolls sowie der Finanzpolizei insgesamt 128 Mal unrechtmäßig in die Dateien ein. Auch die Konten von Prodis Ehefrau waren betroffen, hieß es weiter. Die Staatsanwaltschaft Mailand habe nach einer Anzeige des Wirtschaftsministeriums Ermittlungen aufgenommen.

Ministerpräsident Prodi: Opfer von neugierigen Beamten
REUTERS

Ministerpräsident Prodi: Opfer von neugierigen Beamten

Die Anklagebehörde ermittelt gegen 128 Beamte des Finanzamtes, der Steuerfahndung und anderer Behörden. Auch die Finanzverhältnisse anderer Persönlichkeiten, wie etwa Stars der Unterhaltungsszene, wurden ausspioniert.

Die Enthüllungen sind die jüngsten in einer Reihe von Bespitzelungsskandalen unter der Regierung des Medienunternehmers Silvio Berlusconi. Der seit Mai regierende Prodi hatte erst kürzlich ein scharfes Vorgehen gegen Steuersünder angekündigt.

Ein Regierungssprecher erklärte, Prodi sei von den Erkenntnissen geschockt und sehr empört. Die Überprüfung seiner finanziellen Angelegenheiten habe keine Unregelmäßigkeiten ergeben.

jaf/rtr/dpa/AFP



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