Slowakei Chef der Nationalpartei hält Homosexualität für eine Krankheit

Gesellschaftlich inakzeptabel, ein unerwünschtes Element: Der Chef der slowakischen Nationalpartei geht mit harten Worten gegen Homosexuelle vor. Jetzt hat die Partei angekündigt, eine geplante Homosexuellenparade boykottieren zu wollen. Die Drohungen sind bizarr.
Jan Slota, Chef der slowakischen Nationalpartei: "Homosexualität ist krank"

Jan Slota, Chef der slowakischen Nationalpartei: "Homosexualität ist krank"

Foto: ? Petr Josek / Reuters/ REUTERS

Bratislava - Feine Worte wählte der Chef der slowakischen Regierungspartei nicht: "Ich werde persönlich kommen, um sie anzuspucken", sagte Jan Slota am Samstag. Seine Aggression richtete Slota gegen eine Ende Mai geplante Homosexuellenparade. Unter dem Motto "Pride Bratislava 2010" wollen Homosexuelle am 22. Mai erstmals auch in der Slowakei eine Parade abhalten, wie sie in anderen europäischen Städten schon gang und gäbe ist.

Doch genau das gefällt der Nationalpartei SNS nicht. Sie hält solche Veranstaltungen für "gesellschaftlich inakzeptabel". Deshalb werde seine Partei "eine passende Reaktion" vorbereiten, sagte Slota zur staatlichen Nachrichtenagentur TASR. Man wolle den Homosexuellen zeigen, "dass sie auf unseren Straßen ein unerwünschtes Element sind", drohte der SNS-Chef.

Slota scheut sich auch nicht, die Begründung für seine Ablehnung öffentlich zu bekunden: "Ich bin tief überzeugt, dass Homosexualität krank ist", sagte er.

Seit 2006 ist die SNS als kleiner Koalitionspartner von Premier Robert Ficos' Sozialdemokraten an der Regierung beteiligt. Schon die Bildung einer Koalition mit den extremen Nationalisten hatte damals zu Protesten auf EU-Ebene und zum vorübergehenden Ausschluss der slowakischen Sozialdemokraten aus der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE) geführt. Bei den Parlamentswahlen am 12. Juni drohen den Nationalisten Stimmverluste wegen zahlreicher Korruptionsskandale.

cib/dpa
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