Balkanroute Slowenien meldet Rekord bei den Flüchtlingszahlen

12.600 Flüchtlinge sind laut Sicherheitskräften innerhalb von 24 Stunden nach Slowenien gekommen - mehr als je zuvor an einem Tag. Das kleine Land sieht sich völlig überfordert und bittet offenbar um Polizeihilfe aus der EU.
Flüchtlinge in Slowenien: 12.600 Hilfesuchende

Flüchtlinge in Slowenien: 12.600 Hilfesuchende

Foto: Jeff J Mitchell/ Getty Images

Keine Entspannung der Flüchtlingskrise auf der Balkanroute: Slowenien hat einen neuen Rekord bei der Zahl der Hilfesuchenden gemeldet. Binnen 24 Stunden seien mehr als 12.600 Flüchtlinge über die Grenze gekommen, teilte die slowenische Polizei mit. Das übersteigt sogar die Zahl der Migranten, die zum Höhepunkt der ungarischen Krise in das Land gekommen waren. Von Samstag bis Donnerstagmorgen überschritten insgesamt 34.131 Flüchtlinge die slowenische Grenze.

Das kleine EU-Land Slowenien mit seinen zwei Millionen Einwohnern sieht sich dem Flüchtlingsandrang nicht gewachsen. 10.000 Flüchtlinge warteten am Morgen auf slowenischem Gebiet darauf, nach Österreich und schließlich Deutschland weiterziehen zu können. Weitere 2000 bis 3000 Flüchtlinge halten sich laut Polizei an der Grenze auf kroatischer Seite auf - in der Hoffnung, nach Slowenien zu gelangen. Die Kroaten lassen nur kleinere Gruppen durch, weil ihre nahe gelegenes Erstaufnahmelager Opatovac mit 3500 Menschen bereits überfüllt ist.

Am Nachmittag will EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos Slowenien besuchen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters bat Slowenien die Europäische Union um Polizeihilfe bei der Bewältigung des Flüchtlingszustroms. Das Land habe in anderen EU-Staaten Polizei-Einheiten angefragt, sagte demnach Innenministerin Vesna Gyorkos.

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Foto: Georgi Licovski/ dpa
kev/AFP/dpa/Reuters
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