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04. September 2013, 13:12 Uhr

Snowden-Unterlagen

Al-Qaida wappnet sich gegen Kampfdrohnen

Drohnen sind die wichtigste Waffe der USA im Kampf gegen al-Qaida. Aus amerikanischen Geheimdienstunterlagen geht hervor, wie die Terroristen versuchen, sich gegen die tödlichen unbemannten Flieger zu wehren - mit oft einfachsten Mitteln.

Kampfdrohnen sind eine der Säulen in Amerikas Strategie gegen al-Qaida. Während sich die USA am Boden mit ihren Soldaten aus dem Nahen und Mittleren Osten zurückziehen, weitet Washington den Krieg aus der Luft weiter aus.

Qaida-Terroristen etwa in Pakistan, Afghanistan, Jemen oder Somalia müssen sehr vorsichtig bei ihren Bewegungen und ihrer Kommunikation sein. Der US-Drohnenkrieg hat in den vergangenen zehn Jahren rund 3000 Menschen getötet - darunter auch Zivilisten, was in den betroffenen Ländern regelmäßig zu Protesten der Bevölkerung führt.

Das Terrornetzwerk denkt verstärkt darüber nach, wie es die Drohnenangriffe bekämpfen kann. Offenbar hat al-Qaida deshalb inzwischen mehrere Zellen mit Experten eingerichtet. Dies geht aus amerikanischen Geheimdienstunterlagen hervor, die der Whistleblower Edward Snowden der US-Zeitung "The Washington Post" weiterleitete.

Die Qaida-Zellen bestehen aus Ingenieuren; das Terrornetzwerk rekrutiert schon seit längerem Anhänger mit speziellen Kenntnissen. Auch Chalid Scheich Mohammed, einer der Planer der Anschläge vom 11. September, ist technisch versiert und gilt als begeisterter Bastler. Die Attentäter schickte das Terrornetzwerk vor dem Anschlag in Flugschulen.

Die Qaida-Techniker sollen sich bislang mit folgenden Projekten befassen:

Die Ingenieure sollen demnach der Qaida-Führung in Pakistan ihre Ideen vorlegen. Die würde sie dann auf ihre praktische Anwendbarkeit hin überprüfen, so der Geheimdienstbericht.

Experten warnen vor der Störanfälligkeit der Drohnen

Als besonders störanfällig gelten die Satellitenverbindung und die Fernbedienungssysteme der Drohnen. Erst sie machen es möglich, dass Piloten die unbemannten Flugzeuge aus Tausenden Kilometern Entfernung steuern.

Schon länger warnen US-Experten, dass es Terroristen mit einfachen Mitteln gelingen könnte, sich gegen die Drohnen zu wehren. Der Wissenschaftsrat der US-Luftwaffe (Scientific Advisory Board of the United States Air Force) schrieb in einem Bericht im April 2011: "Trotz der bisher geringen Anzahl an Verlusten unbemannter Drohnen könnten preisgünstige physische Bedrohungen (wie MANPADS, einfache Flugabwehrraketen, und Luft-Luft-Raketen) sowie elektronische Bedrohungen (wie Schallmesser, billige Radars oder Störsender) zukünftige Einsätze gefährden." Als simple Störmittel aufgelistet in dem Bericht werden etwa Laser, die die Kamera oder Sensoren der Drohnen blenden oder Sender, die ihre Steuerung und Kommunikation behindern könnten.

Forscher der Universität von Texas in Austin haben vergangenes Jahr bewiesen, dass dies keine nur theoretische Möglichkeit ist. Sie kaperten mit ihrem GPS-Signal eine kleine zivile Drohne und brachten sie von ihrem eigentlichen Kurs ab.

Von solchen Entführungen der US-Kampfdrohnen kann die Qaida-Führung bisher nur träumen. Bisher setzen die Terroristen auf nicht-elektronische Abwehrmethoden, wie Dokumente zeigen, die im malischen Timbuktu sichergestellt wurden. Solche schultergeschützten und einfachen Boden-Luft-Flugabwehrraketen versucht al-Qaida jetzt auch zu bekommen.

ras

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