Söldnertruppe CIA kündigt Blackwater-Kanonieren

Angestellte des privaten Sicherheitsunternehmens Xe, ehemals Blackwater, dürfen laut der "New York Times" künftig keine Killer-Drohnen mehr für die CIA beladen. Gegen die Angestellten des Unternehmens gibt es massive Vorwürfe, Repräsentantenhaus und Justiz in den USA ermitteln.
Predator-Drohne: ferngesteuerte Killer, bislang beladen von Blackwater-Söldnern

Predator-Drohne: ferngesteuerte Killer, bislang beladen von Blackwater-Söldnern

Foto: Ethan Miller/ AFP

Washington - Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Blackwater sollen einem Bericht der "New York Times" ("NYT") zufolge künftig nicht mehr an geheimen CIA-Operationen in Pakistan und Afghanistan beteiligt werden. Der US-Geheimdienst hat auf massive Kritik hin einen umstrittenen Vertrag gekündigt, nach dem Mitarbeiter der Firma bislang unbemannte Flugkörper zum Einsatz gegen mutmaßliche Terroristen am Hindukusch mit Bomben bestückt haben, wie die Zeitung berichtet.

Blackwater-Angestellte sollen die Drohnen, mit denen im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet Jagd auf Taliban und mutmaßliche Terroristen gemacht wird, nie selbst gesteuert oder Bombenabwürfe und Raketenangriffe ausgelöst haben. Sie seien stets nur für die Bestückung der unbemannten Flugzeuge mit Hellfire-Raketen oder lasergesteuerten Bomben zuständig gewesen, so die "NYT". Es habe allerdings mehrfach Streit gegeben, CIA-Agenten hätten Blackwater-Angestellten vorgeworfen, beim Beladen geschlampt zu haben, wodurch Einsätze erfolglos geblieben seien.

Bereits seit einiger Zeit untersucht der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhaus die Verbindung von Blackwater und der CIA im Zusammenhang mit einem Programm zur Tötung von Qaida-Terroristen. In North Carolina ist eine weitere offizielle Untersuchung im Gange - dabei geht es unter anderem um illegalen Waffenschmuggel in den Irak. Nun werden die einstigen Waffenbrüder der CIA nach und nach von ihren Spezialaufgaben entbunden.

"Blackwater ist - abgesehen von Sicherheitsaufgaben - nicht mehr in irgendwelche CIA-Operationen eingebunden", sagte CIA-Sprecher George Little der "NYT". Ursprünglich war die 40.000 Mann starke Sicherheitsfirma zum Schutz von US-Soldaten im Irak und in Afghanistan angeheuert worden. Ehemalige Mitarbeiter des Geheimdienstes hatten vor dem Sicherheitsausschuss des Senats aber ausgesagt, dass Blackwater-Söldner dort auch an mit Foltermethoden geführten Verhören von Terrorverdächtigen beteiligt waren.

Im Laufe der Zeit habe sich zwischen den Söldnern und den Agenten eine immer stärkere Zusammenarbeit entwickelt, berichtet die "NYT". Sie zitierte einen ungenannten CIA-Beamten kürzlich mit den Worten, es habe zwischen Blackwater-Angestellten und CIA-Agenten ein "brüderliches Verhältnis" gegeben, das Unternehmen sei als "Erweiterung des Geheimdienstes" wahrgenommen worden.

"Man hat dafür gesorgt, dass ich unter die Räder komme"

Die "New York Times" und auch die US-Zeitschrift "Vanity Fair" berichteten zudem, Blackwater-Angestellte seien bereits vor Jahren angeheuert worden, um Spezialtrupps zu gründen, die in Zusammenarbeit mit der CIA Qaida-Terroristen aufspüren und töten oder festnehmen sollten. Blackwater-Gründer und -Chef Erik Prince, eine schillernde Figur, die auch schon als Vorlage für mehrere Hollywood-Bösewichte diente, soll "Vanity Fair" zufolge selbst als Spion und offizieller Helfer für die CIA gearbeitet haben. Prince sagte einem Reporter der Zeitschrift: "Ich habe mich selbst und mein Unternehmen der CIA für einige sehr riskante Missionen zur Verfügung gestellt. Aber als es politisch angebracht erschien, hat jemand dafür gesorgt, dass ich unter die Räder komme."

Im Irak war die Firma vor allem in die Schlagzeilen geraten, nachdem mehrere Mitarbeiter von Blackwater 2007 in Bagdad in eine Schießerei mit bis zu 17 toten Zivilisten verwickelt waren. Daraufhin entzog die dortige Regierung dem Unternehmen die Lizenz. Die Umbenennung von Blackwater in Xe hat dem Unternehmen nicht den erhofften Neustart in Sachen Image beschert. In Pakistan kursieren in diesen Tagen sogar Gerüchte, Blackwater sei dort für Terroranschläge verantwortlich, bei denen Zivilisten starben.

Ein westliches Qaida-Mitglied veröffentlichte am Wochenende ein Propagandavideo, in dem genau das behauptet wurde: Adam Gadahn, besser bekannt als "Adam the American" sagte, vor einer Blumentapete sitzend, solche "beklagenswerten Akte" dienten nur "den Feinden des Islam und der Muslime" und machte dann explizit pakistanische und US-amerikanische Geheimdienste und Blackwater für die Anschläge verantwortlich.

Das Unternehmen ist für die US-Regierung und den Geheimdienst CIA zu einem höchst problematischen Partner geworden - auch, weil sein schlechter Ruf sich so gut für Propaganda missbrauchen lässt.

cis/dpa/AP
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