Soldatenmord in Großbritannien Zweiter Verdächtiger wird angeklagt

Ein zweiter Verdächtiger im Fall des grausam ermordeten Soldaten in London wird vor Gericht gestellt. Michael Adebolajo soll nach dem Mord an dem Soldaten Lee Rigby auch versucht haben, zwei Polizisten zu töten. Der Fall hat in Großbritannien fremdenfeindliche Proteste ausgelöst.

Polizist vor Kränzen für den Ermordeten: Zweiter Verdächtiger wird angeklagt
AFP

Polizist vor Kränzen für den Ermordeten: Zweiter Verdächtiger wird angeklagt


London - Im Fall des Mordes an einem britischen Soldaten auf offener Straße wird auch der zweite mutmaßliche Täter angeklagt. Michael Adebolajo wird auch versuchter Mord an zwei Polizisten und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Adebolajo sitzt derzeit in Untersuchungshaft und soll am Montag vor Gericht erscheinen. An diesem Donnerstag war bereits ein anderer Verdächtiger, Michael Adebowale, in dem Fall angeklagt worden.

Den beiden Männern nigerianischer Abstammung wird vorgeworfen, am 22. Mai den Soldaten Lee Rigby brutal mit einem Fleischerbeil ermordet zu haben. Beide waren nach der Tat von der Polizei angeschossen worden und mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Adebolajo war am Freitag entlassen worden.

Die britische Polizei verfolgt das Verbrechen als Terrorakt: Der nun angeklagte Adebolajo soll Kontakt zu Hasspredigern gehabt haben. Der Mord auf offener Straße hatte die Öffentlichkeit schockiert, auch weil Passanten nach der Tat die mutmaßlichen Täter filmten.

Der Fall hat in Großbritannien fremdenfeindliche Proteste ausgelöst: An diesem Samstag marschierten rund 150 Anhänger der rechtsextremen British National Party in der Nähe des britischen Parlaments. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei und einer weit größeren Gruppe von Gegendemonstranten. Mindestens 58 Menschen wurden festgenommen, teilte Scotland Yard am Samstag mit. Demonstranten aus dem linken Lager hätten sich nicht an die Anweisungen der Polizei gehalten.

ade/Reuters/AP

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